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Das Thema
Wir haben in der Schule gelernt - und mehr wissen wir meist nicht -, daß die Kreuzzüge stattfanden, um das Heilige Land von den Ungläubigen zu befreien, daß es sieben Kreuzzüge gab, daß am Ende Jerusalem und das Heilige Land wieder verlorengingen und daß die Berührung mit dem Orient in den beiden Jahrhunderten zwischen elfhundert und dreizehnhundert unsere abendländische Kultur beeinflußt hat.
Das alles ist nur die halbe Wahrheit. Denn was mit dem Ruf »Gott will es!« als frommer Aufbruch begann, wurde bald zu einer Tragödie riesigen Ausmaßes. Schon auf dem Ersten Kreuzzug, dem einzigen, der nicht in einer Niederlage, einer Katastrophe oder weit weg vom Ziel endete, kamen mehr als zweihunderttausend Kreuzfahrer ums Leben - eine riesige Zahl in einer Zeit, als ganz England kaum mehr als zweieinhalb Millionen Einwohner hatte.
Und trotzdem zog Kreuzzug um Kreuzzug - es waren in Wirklichkeit mehr als sieben - auf beschwerlichen Wanderungen über Tausende von Kilometern hinweg nach Konstantinopel, nach Jerusalem und an den Nil, ritten päpstliche Boten Tag und Nacht bis nach Karakorum in der fernen Mongolei, um die Horden des Dschingis-Khan für das Kreuz zu gewinnen, bis dann die letzten Ritter unter den stürzenden Trümmern von Akkon begraben wurden.
Ritter mit Schild, Schwert und Rüstung, Büßer mit Palmwedeln in der Hand, stolze Prälaten und arme Bauern mit Ochsenkarren, Frauen und Kinder, demütige Mönche und Könige unter Baldachinen, Gesindel und Fromme - sie alle vereinigten sich zweihundert Jahre lang unter einer Idee, die nie Wirklichkeit wurde.
Das Abenteuer der Kreuzzüge ist die Geschichte von Heiligen und Narren, von Wundergläubigen und Ketzern, von Realisten und Schwärmern; eine prallvolle Chronik von Dünkel und Verzagtheit, Heldenmut und Jammer, von Liebe, Grausamkeit und Glauben, Eigennutz und Raubgier.
Das Abenteuer der Kreuzzüge ist aber auch die Geschichte der ersten außereuropäischen Landnahme des Abendlandes mit all seiner Habgier, angeregt von den Eroberungszügen der Normannen und zum Erliegen gebracht von den Mongolenhorden des Dschingis-Khan - das letzte große Abenteuer des Abendlandes, das noch mit dem Schwert