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EINLEITUNG Jakob Burckhardts Werk „Die Kultur der Renaissance in Italien" wird den Mitgliedern der Deutschen Buch-Gemeinschaft in seiner ursprünglichen Fassung vorgelegt; bereits nach Erscheinen der zweiten Auflage im Jahre 1869, von der dritten bis zur zwölften Auflage mußte sich das Buch alle möglichen Änderungen und Zusätze von der Hand des Historikers Ludwig Geiger gefallen lassen, welche die originale klare und einfache Schönheit des Textes aufs peinlichste gefährdeten, oft sogar vollkommen zerstörten. Burckhardt sali der Verschanclelung seines Werkes mit Gemütsruhe, wie aus einigen an Geiger gerichteten Briefen hervorgeht, sogar nicht ohne Billigung zu: er war ebensosehr Künstler wie Gelehrter, die einmal gestaltete, aus seinen Händen und der Werkstatt hervorgegangene Arbeit interessierte ihn nicht mehr, da bereits neue Probleme lockten und in ihm nach Darstellung verlangten. Es ist das Wundervolle und ungewöhnlich Anziehende in Jakob Burckhardts Person, daß er die Wandlungen beobachtete und zugab, die sein Kunstempfinden machte, während nur allzu viele andere begangene Irrtümer zuzugeben nicht imstande sind oder solche zum mindesten zu vertuschen suchen. So wurde aus dem fanatischen Hasser des Barocks, der sich im „Cicerone" nicht genug an wütenden Ausfällen gegen die Künstler des 17. Jahrhunderts tun konnte, der begeisterte Bewunderer eben dieser Epoche; von der Kunst- und Kulturgeschichte Italiens aber entwickelte er sich zur Geistes- und Sittendarstellung des 5