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Werner Schmalenbach - Die Kunst Afrikas [antikvár]
 
E. iiN ungeheurer geographischer Körper, der breit und wuchdg mit seiner Das Land ganzen Masse im Ozean liegt: so bietet sich Afrika dem über der Weltkarte ruhenden Auge dar. Mit unendlich geduldiger Ruhe führen die Konturen um den mächtigen Leib herum, ohne sich irgendwo eine selbstgefällige Abwechslung zu gestatten. Nirgends spielt das Wasser mit dem Lande, nirgends entfaltet das Land eine Aktivität über sich selbst hinaus: abgeschlossen gegen aussen liegt es da, ein riesenhafter Brocken. Nicht einmal Inselgruppen von Belang gibt...
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E. iiN ungeheurer geographischer Körper, der breit und wuchdg mit seiner Das Land ganzen Masse im Ozean liegt: so bietet sich Afrika dem über der Weltkarte ruhenden Auge dar. Mit unendlich geduldiger Ruhe führen die Konturen um den mächtigen Leib herum, ohne sich irgendwo eine selbstgefällige Abwechslung zu gestatten. Nirgends spielt das Wasser mit dem Lande, nirgends entfaltet das Land eine Aktivität über sich selbst hinaus: abgeschlossen gegen aussen liegt es da, ein riesenhafter Brocken. Nicht einmal Inselgruppen von Belang gibt es, mit denen sich das Land munter in den Ozean hinauswagte. Nur im Südosten ist dem Kontinent die grosse Insel Madagaskar vorgelagert, selbst beinah ein Kontinent für sich mit seinem eigenen, erstaunlichen Schicksal und nur mit Vorbehalt dem Mutterlande zuzurechnen. Im Norden schliesst sich das Land mit seinen immer gleichen ruhigen Linien gegen das Mittelmeer ab. Von drüben her aber reckt in höchstem Kontrast ein vielteiliges, nervöses, geistreiches Gebilde seine Glieder dem stummen Kontinent entgegen: Europa. Ein Gebilde, das sich den Titel eines Erdteils erst aus eigener geschichtlicher Kraft verdienen musste, da es geographisch nicht viel mehr als ein bizarres Anhängsel Asiens darstellt. In wiederholtem Ansatz stösst es vor in das südliche Meer, und ein einziges Mal berührt es Afrika in flüchtigstem Kontakt: bei den Säulen des Herkules, wie die Alten die Strasse von Gibraltar nannten. Afrika aber legt wie zum Schutz gegen die bedrohliche nördliche Unruhe den breiten Wüstengürtel der Sahara zwischen sich und die mediterrane Welt. Mit Asien ist Afrika beinah ebenso punktförmig durch die lose eingehängte Sinaihalbinsel verbunden, bei grosszügigerer Rechnung durch das Afrika und Arabien eher verbindende denn trennende Rote Meer. Doch auch durch diese - geschichtlich freilich höchst bedeutungsvolle - Berührungszone wird die geographische Geschlossenheit des mächtigen Erdteils kaum beeinträchtigt. Auch die Gliederung des Körpers in sich selber ist von grandioser Einfachheit. Wüste, Steppe, Urwald - so lautet der grosse Dreiklang der afrikanischen Erde. Drei Welten, denen der Mensch mit seinem Willen zum Begrenzten kaum gewachsen ist, . denn sie bedeuten unendliche Weite oder unendliche Tiefe; bedeuten als Wüste absolute Verneinung des Lebens, bedeuten als Steppe höchste Freiheit alles tierischen, bedeuten als Urwald äusserste Entfesselung alles pflanzlichen Lebens. Solcher Masslosig-keit der Natur vermag der Mensch in seiner Hilflosigkeit nur mit umso stärkeren, selbstauferlegten Fesseln gesellschaftlicher und geistiger Art zu begegnen. Denn ihn hat die

Termékadatok

Cím: Die Kunst Afrikas [antikvár]
Szerző: Werner Schmalenbach
Kiadó: Deutsche Buch-Gemeinschaft
Kötés: Félbőr
Méret: 240 mm x 310 mm
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