Bővebb ismertető
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Einleitung
Die Georgische Sowjetrepublik nimmt den zentralen und westlichen Teil Transkauka-siens ein. Im Norden bilden das Hauptmassiv des Kaukasus und im Westen das Schwarze Meer natürliche Grenzen, im Süden grenzt Georgien an die Armenische SSR und die Türkei, im Osten an die Aserbaidshanische SSR. Bei dieser geographischen Lage stellt Georgien östlich des Schwarzen Meeres die Grenzzone zwischen Europa und Vorderasien dar.
Das Land besitzt eine Fläche von 76000 km^ und hat etwa fünf Millionen Einwohner. tJber eine Million davon wohnen in der Hauptstadt Tbilissi. In der Landessprache lautet der Name des Landes Sakartwelo, seine Bewohner heißen Kartweier. Diese Bezeichnungen rühren vom historischen Namen des Ostteils von Georgien - Kartli - her, der auch in anderen Sprachen wie im Türkischen, Persischen und Mongolischen mit entsprechenden Abwandlungen die Quelle für die Landesbezeiehnung bildete. Ähnlich entstand auch das «Grusia» in der russischen Sprache, das zum häufigen und für einige Zeit auch offiziell gebrauchten «Grusinien» führte. Inzwischen hat sich in Europa wieder die seit langer Zeit, besonders in alten lateinischen Texten gebräuchliche Form «Georgien» eingebürgert, die auch bei den t}bersetzungen literarischer Werke vorherrscht.
Das Land zeichnet sich durch ein stark gegliedertes Relief aus. Die Vielfalt der damit verknüpften klimatischen Bedingungen - von der Zone des Großen-Kaukasus-Massivs mit seinen von ewigem Schnee bedeckten Gipfeln bis zu den Niederungen am tffer des Schwarzen Meeres mit ihrem subtropischen Klhna -
bestimmt auch den Formenreichtum seiner Natur. Der Gebirgszug Lichi teilt das Land in Ost- und Westgeorgien, die sich durch die geographischen Gegebenheiten und das Klima voneinander abgrenzen. Den Ostteil bilden die Becken des Flusses Kura (georgisch: Mtk-wari), der ins Kaspische Meer mündet, und seiner Nebenflüsse, die aus dem Großen und Kleinen Kaukasus kommen. Die Hauptströme Westgeorgiens - der Rioni und seine Nebenflüsse - entspringen ebenso den Bergen des Großen Kaukasus, fließen aber ins Schwarze Meer. Auf diese Weise erklärt sich die Bedeutung des Gebirgszuges Lichi als Wasserscheide. Außerdem ist Westgeorgien bedeutend tiefer gelegen als der Ostteil des Landes. Man sagt zu Recht, daß die Georgische SSR ein von der Natur gesegnetes Fleckchen auf unserer Erde ist. Auf diesem relativ kleinen Gebiet findet man eine erstaunliche Vielfalt an Landschaftsformen und -Zonen, angefangen von den subtropischen Gebieten entlang der Schwarzmeerküste mit Fahnen, Eukalyptusbäumen und Oleanderhainen bis hin zum ewigen Schnee und den Gletschern im Hauptmassiv des Kaukasus-Gebirges, dessen Ausläufer Buchenwälder säumen. Aber auch die Trockensteppen in der Hochebene des lori-Beekens im Osten der Republik tragen zur Schönheit des Landes bei wie die Obstgärten von Kartli, die Weinfelder in Kachetien und die Teeplantagen in der Kolchis. Der Boden der Georgischen Republik birgt viele Natur-reichtümer: Marmor, Kohle, Erdöl, Erdgas; weiter Kupfer, Mangan und viele andere Erze und Minerale.
Auf Grund der zahlreich vorkommenden heilkräftigen Quellen entstanden in verschiede-
nen Gegenden Kurorte, die inzwischen ebenso zu den Anziehungspunkten im Lande gehören wie die Erholungsorte an der Schwarzmeerküste. Aber auch die Schönheit der Natur selbst lockt viele Touristen aus dem In- und Ausland an. Obwohl ihre Zahl rasch anwächst, gibt es große Gebiete, die trotz der herrlichen Landschaft und vieler bedeutsamer Kultur-und Kunstdenkmäler noch wenig bekannt und besucht sind. Archäologische Funde haben bestätigt, daß die Vorzüge der Natur schon frühzeitig die Besiedlung des Gebietes durch den Menschen begünstigt haben. Altsteinzeitliche Siedlungen fanden sich sowohl an der Küste des Schwarzen Meeres wie in Ostgeorgien.
Für die Folgezeit bis zum Beginn der schriftlichen tJberlieferung ergibt sieh aus den Forschungsergebnissen und Funden ein recht klares Bild über die Entwicklung und den kulturellen Stand der seßhaften Bevölkerung dieses Gebietes. Das Territorium Georgiens ist reich an neolithischen Fundstellen. Besonderes Gewicht jedoch erhielt dieses Gebiet, als die Metallbearbeitung begann und die Meisterschaft der antiken georgischen Stämme in der Verarbeitung von Bronze einen regen Austausch mit anderen Völkern förderte. Mit der Bildung von zwei Sklavenhalterstaaten - Iberien (Iberia) und Kolchis - im 6. und 5. Jahrhundert v.u.Z. beginnt die durch antike Überlieferungen und die Literatur festgehaltene Geschichte dieses Gebietes, auf die noch ausführUch eingegangen wird. Zu Beginn des 4. Jahrhunderts u.Z. bildete sich in Georgien der Feudalismus heraus, der sich zum 6. Jahrhundert hin konsolidierte. Er bestimmte die gesellschaftlichen Verhältnisse