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Vorwortzwölften, dreizehnten und vierzehnten AuflageAls Wilhelm Liibke (f 1893) im Jahre 1860 die erste Ausgabe des Grundrisses der Kunstgeschichte" abschloß, sprach er sich über Zwecic und Ziele seines Buches folgendermaßen aus:Mein Gesichtspunkt bei der Arbeit war, dem gebildeten Leser zu einem tieferen Verständnis der Kunst und ihrer Werke zu verhelfen, ihm einen Überblick des ganzen Entwicklungsganges zu gewähren, ihm den historischen Verlauf der Kunstbewegung in übersichtlichem Grundrisse zu zeigen, aber zugleich das Hauptgewicht durchweg auf das Ewiggültige, wahrhaft Schöne zu legen, also die einzelnen Höhepunkte in volles Licht zu setzen und in ausgeführter Darstellung zu betonen, während die Vor-und Zwischenstufen des Ilberganges, der Vorbereitung, der Verbindung nur in allgemeineren Zügen angedeutet werden sollten. Besonders aber ging mein Streben dahin, in den künstlerischen Schöpfungen der verschiedenen Epochen, wie sie in fast unabsehbarer Reihe sich von den Zeiten der ägyptischen Pyramiden bis auf unsere Tage erstrecken, den inneren geistigen Zusammenhang nachzuweisen, die großen Ideen dei-Kulturentfaltung des Menschengeschlechts in ihnen zur Erscheinung zu bringen."Im allgemeinen dürfen diese Gesichtspunkte auch heute noch für einen Grundriß der Kunstgeschichte" als gültig angenommen werden, nur daß in den seit der ersten Ausgabe verflossenen vierzig Jahren der Stoff des kunstgeschichtlichen Wissens sich ungeheuer vermehrt, die Methode der Forschung sich vertieft und die Auffassung mancher Perioden der Entwicklung anders gestaltet hat. Wie alle früheren Auflagen diesen Fortschritten durch Zusätze und Verbesserungen nachzukommen ti'achteten, so hat insbesondere die vorliegende zwölfte Auflage, sowohl dem Inhalt