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A Unverbindliches Vorwort über Thema und Methode
Wenn ein Professor für Verkehrspsychologie feststellt, Gähnen sei oftmals das erste Anzeichen einer beginnenden Ermüdung am Steuer, so darf er das. Viele Zeitungen drucken die Erkenntnis gern auf ihren Seiten für den Kraftfahrer zum Auftakt eines Artikels über die großen Gefahren der Müdigkeit im Verkehr. Mit anderen Worten: Die Wissenschaft hat ein uneingeschränktes Recht nicht nur zur Wahrheitssuche, sondern auch zur Banalität. Sie verdankt es der griechisdien Philosophie, die es für alle Zeiten erstritt, als sie mit größtem Erfolg das Selbstverständliche noch einmal bedachte. Seither ist es ein Zeichen philosophischer Gesinnung und wissenschaftlicher Haltung, das Bestehende nicht einfach als gegeben hinzunehmen, sondern noch einmal von Grund auf zu bedenken. Lebensnotwendig ist es — jedenfalls nach dem platten Verstand — zwar nicht, denn die Dinge, über die der Philosoph nachdenkt, sind jene, die von selbst laufen, ohne daß man sich darum zu kümmern braucht: Himmel und Gestirne, die Natur, das Sein und das Seiende, Kraft, Ursprung, Unteilbarkeit, Zusammenhalt und was dergleichen Sorgen mehr sind, die den tätigen Menschen nicht im geringsten interessieren. Deshalb hat er seit je für den Philosophen, der solches Nachdenken über das Selbstverständliche zu seinem Vergnügen betreibe (sagt er), bestenfalls nachsichtigen Spott übrig gehabt.
Doch die zunehmende Wertschätzung, deren sich die Wissenschaft in unserer Zeit erfreut, hat die Leute vorsichtiger gemacht. Zu oft erwies sich das Bedenken des Selbstverständlichen, die Suche nach zweckfreier Erkenntnis als sehr nützlich. Weltfremde Gelehrte, Stubenhocker, zerstreute Professoren haben die Welt in hundert Jahren stärker verwandelt als große