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F. VON STUCK
SELBSTBILDNIS (1906) Mit Genehmigung von Franz Hanfstaengl, München
FRANZ VON STUCK
Von Georg Jacob Wolf
Man weiß nicht, was man mehr bewundern soll: Stucks künstlerischen Werdegang, der in der zeitgenössischen deutschen Kunst ohne Beispiel ist, oder die Entwicklung des Individuums Franz Stuck, die nach beiden Seiten hin, nach der Welt und nach dem eigenen Inneren, etwas Heldenliedmäßiges, etwas vom brausenden Siegesgesang hat. Sucht man nach Parallelen zu dieser Erscheinung, so muß man unwillkürlich an die italienische
Wir verfehlen nicht, unsere Leser auf das kürzlich bei Franz Hanfstaengl in JVlünehen erschienene Franz von Stuck-Prachtwerk, das etwa 150 Werke des Meisters in sehr schönen, zum Teil Gravürereproduktionen wiedergibt, aufmerksam zu machen. Der Band kostet 65 Mark. Die Red.
Renaissance denken: da sind Künstlermenschen zu Hause, wie Stuck einer ist. Diese allseitig entwickelten, schön in sich selbst ruhenden und zugleich in die Weite hinaus wirkenden Individualitäten sind die Vorfahren der Geistesbildung und der persönlichen Kultur Stucks. Er ist ein spätgeborener Renaissancemensch — so aufgefaßt, verstehen wir seine Individualität, die stark genug ist, um über die eigene Rasse zu triumphieren. Denn er erscheint uns als Künstler und als Mensch viel mehr italienisch als deutsch. Von seinem niederbayerischen Bauerntum sind in seiner Kunst heute kaum noch irgendwelche Spuren zu entdecken und in seinem Cha-