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Otto Fischer - Die Kunst Indiens, Chinas und Japans [antikvár]

Die Kunst Indiens, Chinas und Japans [antikvár]

Otto Fischer

 
VORAUSSETZUNGEN UND ANFÄNGE Indien, das heißt die vorderindische Halbinsel, in ihrem Flächenraum etwa so groß wie Europa ohne die russische Ebene, ist das Mutterland einer der großen Weltkulturen. Aus der Nähe des Äquators im Süden bis hinauf in die gemäßigte Zone reichend, besitzt dies Land doch im Klima und in der Vegetation eine ziemlich weitgehende Einheithchkeit, den Charakter eines subtropischen Gebiets von großer Fruchtbarkeit und mannigfachen Reichtümern des Bodens, die seinen Bewohnern die Leiden einer übermäßigen...
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VORAUSSETZUNGEN UND ANFÄNGE Indien, das heißt die vorderindische Halbinsel, in ihrem Flächenraum etwa so groß wie Europa ohne die russische Ebene, ist das Mutterland einer der großen Weltkulturen. Aus der Nähe des Äquators im Süden bis hinauf in die gemäßigte Zone reichend, besitzt dies Land doch im Klima und in der Vegetation eine ziemlich weitgehende Einheithchkeit, den Charakter eines subtropischen Gebiets von großer Fruchtbarkeit und mannigfachen Reichtümern des Bodens, die seinen Bewohnern die Leiden einer übermäßigen Hitze und der wechselnden Dürre- und Regenperioden der Jahreszeiten erträglich machen. Die Natur hat dies riesige Dreieck Indien nach zwei Seiten durch den Ozean, auf der dritten aber, mit der es am asiatischen Festland hängt, durch die höchsten Gebirgszüge der Erde für sich abgeschlossen. Nur im Nordwesten ist es durch die Quellgebiete des Fünfstromlandes mit den Bergländem Vorderasiens verbunden und um die Mündung des Indus auch der Seefahrt des Westens offen, im übrigen aber streichen seine Ströme nach Osten, und so ist mit seiner Hauptküste sein Angesicht nach Morgen und Mittag gewendet. In den vorgeschicht-hchen, ja den vormythischen Zeiten sind seine Länder von einer drmkelhäutigen, „dravidisch" genannten Rasse bevölkert gewesen, später brachen indogermanische, den Persem verwandte Stämme von Nordwesten herein, siedelten im Panjab und an den Südhängen des Hiinalaya und dehnten sich als eroberndes Herrenvolk allmählich über die ganze Halbinsel. Der arische Typus dieses Volkes hat sich wohl nur im Norden einigermaßen rein erhalten, während, je weiter man nach Süden kommt, immer mehr das dravidische Blut zu überwiegen scheint; doch haben der jahrtausendelange umbildende Einfluß des Klimas und die Rassenmischung aUmählich eine weitgehende Einheit auch des körperlichen Typus, die Grundgestalt einer dunklen, schlanken und fein-gliedrigen Rasse erzeugt. Jene arischen Nordinder haben der indischen Kultur ihre bestimmenden Ideen und ihre Form gegeben. Ihre Sprache, das Sanskrit, wandelte und beherrschte die Mundarten des Volks, es bheb bis heute die hohe Sprache der Bildung und des Gedankens. Ihre Verfassung, die Scheidung der Kasten, hat das gesamte indische Leben durchsetzt und bestimmt. Sie haben die Religionen geschaffen, die mehr als alles andere drei Jahrtausende hindurch die Völker Indiens bewegten und ihnen die Gesetze des Lebens und Sterbens, des Denkens, Empfindens und Wollens gaben. Ihr Drang nach dem Unbedingten erschuf die vielseitigsten, großartigsten und tiefsten philosophischen Systeme, mit denen die Menschheit das Geheimnis der Wahrheit zu ergründen versucht II

Termékadatok

Cím: Die Kunst Indiens, Chinas und Japans [antikvár]
Szerző: Otto Fischer
Kiadó: Propyläen-Verlag
Kötés: Aranyozott gerincű kiadói félvászon kötés
Méret: 190 mm x 270 mm
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