Bővebb ismertető
Vorwort
Die Pflichten einer Mutter liegen klar auf der Hand — sie muß perfekt sein. Wie wir alle wissen, sind Mütter überirdische Wesen, zärtliche, liebevolle, fürsorgliche, selbstlose Madonnen. Sie sind immer da, verfügen über einen weichen Busen und unerschöpfliche Geduld. Eine Mutter gleicht dem legendären Pelikanweibchen, das sich die Brust aufreißt, um ihr Junges zu füttern. Jede Mutter vmrde ihr Leben für ihr Kind hingeben
Nun ja, das stimmt. Auch Ich bin eine Mutter, und ich vmrde tatsächlich mein Leben für mein Kind hingeben; aber ich sehe keinen Grund, das Tag für Tag zu tun. Hinter der Maske jeder Mutter steckt ein ganz gewöhnlicher, hin und wieder mürrischer Mensch. Es gibt keine Spezialfabrik, die Heilige produziert, sanftmütige Madonnen, die sich für die Kinder aufopfern. Jedes sorglose, abenteuerlustige, selbstsüchtige Mädchen von nebenan geht das Risiko ein, den Heiligenschein einer Mutter verordnet zu bekommen. Und der Übergang vom gesunden Egoismus einer normalen erwachsenen Person zum Status eines mütterlichen Engels kann schmerzlich sein. Dabei fühlt man sich wie ein Schmetterling, der in die Larve zurückzu-kriechen versucht. Dieses Übergangsstadium in den Anfangsjahren der Mutterschaft ist das Thema des vorliegenden Buchs.
Die Natur unterstützt den Prozeß: In den ersten Tagen verspürt man das starke Bedürfnis, die Pelikan-Rolle zu spielen. Wenn ein Baby geboren wird, entwickelt die Durchschnittsfrau eine chronische Uneigennützigkeit. Da liegt das winzige Kind im Krankenhausbettchen und hypnotisiert sie mit
7