Bővebb ismertető
1 Friihchristliche Kunst imWesten Die Geschichte der christlichen Kunst beginnt mit den Wandmalereien in den Katakomben Roms. Vor dem gewaltigen schöpferischen Impuls, der von Konstantin und seinen Baumeistem ausging, liefien die historischen Gegebenheiten die Entwicklung einer eigenstándigen christlichen Architektur nicht zu; wir behandeln darum in diesem Kapitel die Baukunst nicht an erster Stelle. Zűr Abhaltung ihrer Gottesdienste versammelten sich die Gláubigen anfangs in den Wohnháusem einzelner Gemeindemitglieder, danach auch in Gemeindeháusern - aus ihnen gingen spáter die römischen Titelkirchen hervor. Übrigens konnten nur ganz wenige dieser Hauskirchen identifiziert werden. Das bekannteste Beispiel ist wohl das christliche Versammlungshaus in Dura Europos am Euphrat. Grund fúr das Fehlen einer eigenen Architektur waren die Verfolgungen, die eine Errichtung von Bauwerken unmöglich machten. Anders lagen die Dinge im sepulkralen Bereich: Familien, die aufierhalb der Stadt gelegenes Terrain besafien, durften dórt ihre Tótén bestatten; dies fiihrte im Lauf der Zeit zűr Ausschachtung der weitláufigen, oft in mehreren Stockwerken übereinanderliegenden Gangé, wahren unterirdischen Labyrinthen, die uns heute als Katakomben bekannt sind. Mit Erlaubnis der heidnischen Familien durften hier auch Christen beigesetzt werden, und an den Wanden dieser Begrábnisanlagen finden wir die ersten Malereien, die rein sepulkralen Aufgaben dienten. Unverkennbar ist der römische Charakter der Maierei. Es gibt zwar auch an anderen Orten Katakomben, doch die nach ihrer Zahl und Ausdehnung bedeutendsten Grabstátten finden wir hauptsáchlich in Rom, Neapel (4. Jahrhundert) und den sizilianischen Zentren. Die Katakombenfresken stehen in engem Zusammenhang mit den ersten, noch Der Gute Hirte in der >Velatio<-Kammer der Priscilla-Katakombe in Rom ist eine der zahireichen Darstellungen aus dem 3. Jahrhundert, die Christus, den Seeienhirten versinnbildlichen. Diese in vielen biblischen Gleichnissen zitierte aiiegorische Gesta/t entstammt der griechischen bukolischen Idylle. unbeholfen ausgefiihrten Reliefs an den Schauseiten der Sarkophage, die háufig in denselben unterirdischen Coemeterien entdeckt wurden. Die christliche Ikonographie durchláuft alsó ihr erstes Entwicklungsstadium in Maierei und Plastik und findet auch innerhalb dieser Kunstgattungen im Laufe des 3. und vor allém des 4. Jahrhunderts zu einer eigenen Bildersprache. Gründliche Forschungen auf dem Gebiet der Katakombenkunst habén uns eine Fülle ausgezeichneter, sehr práziser Daten geliefert. So wissen wir heute, dafi die ersten dieser Fresken im 3. Jahrhundert entstanden sind. Die Möglichkeit, einzelne dieser Darstellungen in das 2. Jahrhundert zu datieren, ist auf ganz erhebliche Zweifel gestofien (allenfalls káme das Ende des Jahrhunderts in Betracht). Femer ist bekannt, dafi diese unterirdischen Begrábnisanlagen im 4. Jahrhundert ihre gröfite Bedeutung hatten, alsó zu einer Zeit, als sich der kirchliche Mártyrerkult in voller Bliite befand. Die Katakomben in Rom waren Wallfahrtsorte und Státten der Mártyrerverehrung, vergleichbar den grófién Heiligtümern im Osten, den Martyrien, die so lángé Zeit das Ziel vieler Pilgerfahrten waren. Die áltesten Beispiele der christlichen Maierei werden auf das Ende des 2. oder, was wohl zutreffender sein dürfte, auf den Beginn des 3 .Jahrhunderts datiert. Wir finden sie in der Domitilla-Katakombe, und zwar in den Grabráumen der „Flaviergalerie", in der Ampliatus-Krypta und in der berühmten „Capella Graeca* der Priscilla-Katakombe. Kennzeichnend fúr ihren Stil ist die dekorative Tendenz mit einfachen Linien auf weifiem oder gelbem Hintergrund. Hier erinnert nichts mehr an die plastische, koloristische Manier mit überfeinerten, komplizierten architektonischen Strukturen, der wir in Pompei und an anderen Orten begegnen. Wánde und Gewölbe sind durch Linien in Felder geteilt, in die einzelne Symbolfiguren eingefiigt sind, unter ihnen der Gute Hirte, der Orans bzw. die Orantin, Personifikationen von Christus und den Gláubigen: Sie kennzeichnen den Beginn einer Ikonographie, die zunáchst mythologische Themen aufgreift. So sind zum Beispiel im 3. Jahrhundert Darstellungen von Christus als Orpheus sehr háufig, und auf einem Gewölbemosaik im Grab der Julier in der Nekropole des Vatikans erscheint der apollinische Helios-Christus auf