Bővebb ismertető
Nach Werner Elérts Tod am 21. November 1954 hat Paul Althaus vor allém auf die Bedeutung der vier umfangreichsten Werke des Verstorbenen hingewiesen: auf dessen Analyse der Beziehungen zwischen Christentum und Geistesleben in Deutschland im 19. und am Anfang des 20. Jahrhunderts, seine zweibándige »Morphologie des Luthertums«, seine Dogmatik und seine Ethik. Aber auch die vorliegende Arbeit wurde erwáhnt, handelt es sich dabei doch um die einzige, die Werner Elért in einer stark überarbeiteten zweiten Fassung edierte. Sie wurde übrigens auch ins Englische und ins Ungarische übersetzt - ein Zeichen dafür, welche Anerkennung sie in den zwanziger Jahren unseres Jahrhunderts fand. Seit dem Erscheinen der zweiten Auflage im Jahr 1926 ist mehr als ein halbes Jahrhundert vergangen. Dennoch erscheint es angebracht, auf dieses kleine Werk neu aufmerksam zu machen. Dafür sprechen schon historische Griinde. Hat Werner Elért es doch verstanden, auf knappem Raum und in prágnanter Sprache seinen Zeitgenosssen »eine kühne, geistvolle Skizze der Dogmatik und Ethik im Ganzen« vorzulegen - um mit Paul Althaus zu formulieren die auch heute als Dokument der zwanziger Jahre Aufmerksamkeit verdient. Vor allém aber sollte hier der Systematiker beachtet werden, der es ablehnt, die Lehre des Luthertums repristinatorisch zu behandeln, weil dies hiefie, »das Luthertum für eine tote Sache erkláren*. Elért ging es alsó nicht um eine Wiederholung des Systems der lutherischen Orthodoxie - er wolite keinen neuen »Hutter« schreiben. Er wollte aber auch keine Theologie Luthers erstellen noch eine »Lehre der lutherischen Kirche* schaffen, bei der deren Bekenntnisse normativen Charakter besessen hatten. Wenn er fast nur Zitate Martin Luthers bringt - hinzu kommt lediglich noch eines von Johann Gerhard dann sind diese für Elért keine »formale Autoritat*, sondern Zeugnisse dafür, dafi er hier wirklich »Lehre des Luthertums* formuliert, da Luther als erster und genuinster Zeuge für die nach ihm benannte Kirche angesehen wird. Gerade dies aber war anstöfiig. Denn der Erlanger Theologe schlofi sich nicht an die übliche Gliederung der lutherischen Systematiker an, sondern beschránkte sich auf drei grofie Teile: »Der Kampf mit Gott«, »Die Versöhnung« und »Die Freiheit«. Im letzten Abschnitt ging es um die Ethik des Christen, wáhrend der erste vom Menschen als Sünder sprach. Wer-