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DRITTER TEIL
Die sakramentale Form der Christusgemeinseliaft
§ 222 Überblick
1. Der Sinn des Lebens und Wirkens Christi ist die Aufrichtung der Gottesherrschaft. Er hat diese in seinem Opfertode und in seiner Auferstehung unwiderruflich und unzerstörbar hergestellt. Die Gottesherrschaft bedeutet Ordnung der Schöpfung und Heil des Menschen.
Wie die heile menschliche Existenz zu verstehen ist, wurde in der Lehre von der Gnade dargestellt. Nun kann man fragen, auf wel-ehem Wege die von Christus aufgerichtete Gottesherrschaft für den einzelnen Menschen und für die gesamte Schöpfung wirksam wird. Im allgemeinen läßt sich sagen, daß dies durch die Teilnahme am Leben und am Tode Jesu Christi geschieht. Hier erhebt sich indes ein schweres Problem. Es ist in der Geschichtlichkeit Jesu Christi begründet. Geschichtlichkeit bedeutet, daß das Leben Christi in das Damals und das Dort eingeengt ist. Da fragt es sich, wie der jetzt und hier lebende Mensch an dem auf das Damals und Dort eingeengten Leben Jesu Christi Anteil gewinnen kann.
Für diese Teilnahme scheint sich nur dann ein Zugang zu eröffnen, wenn das Leben Jesu Christi dem Menschen jeweils gegenwärtig wird. Wie ist die Vergegenwärtigung bzw. die Gegenwärtigsetzung möglich? Allgemein läßt sich an dieser Stelle sagen, daß das Leben und das Werk Jesu Christi in zwfti Weisen gegenwärtig gesetzt wird: durch das Wort der Verkündigung und durch das Zeichen des Sakramentes. Wort und Sakrament sind die zwei Medien, durch welche die Vergangenheit zur heilsmächtigen Gegenwart wird.
Die Gegenwärtigsetzung erfolgt in der Kirche. Die Kirche hat die Aufgabe und die Kraft, das Werk Jesu Christi bis zur Vollendung der Zeiten gegenwärtig zu setzen. Sie hat also eine re-präsentative Funktion. Sie wird nicht mit Unrecht der in der Zeit bis zur Vollendung der Welt fortlebende und fortwirkende Christus genannt. Die Kirche
1 Schmaus, Dogmatik IV,1 5. Aufl.