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VORWORT ZUR SECHSTEN AUSGABE.
Volle fünfzig Jahre sind verflossen, seit die „Lehre von den Tonempfindungen" zum ersten Male erschien, und immer noch ist die Nachfrage nach dem Werke groß. So wurde eine sechste Auflage nötig. Sie ist, wie die vorhergehende, ein nahezu unveränderter Abdruck der vierten, welche Hermann v. Helmholtz noch selbst durchsehen und ergänzen konnte. Für die fünfte Auflage war es sein Wunsch, daß sie ohne Zusätze herauszugeben sei. Sollte man diesmal, nach so langer Zeit, die Erweiterung unserer Kenntnisse nachtragen? Nach sorgsamer Erwägung wurde der Plan aufgegeben. Die Schönheit des Werkes und die Einheitlichkeit der Darstellung hätten darunter gelitten.
An Lehrbüchern auf den Einzelgebieten ist kein Mangel. Für die physikalische Akustik sei nur etwa auf die Werke von F. Auer-bach^), von L. Pfaundler^), von Chwolson^) hingewiesen. Die physiologischen Teile findet man in Nagels Handbuch der Physiologie des Menschen^) von K. L. Schäfer trefflich dargestellt.
Über die Psychologie des Tongebietes orientiert man sich wohl am besten in Carl Stumpfs Tonpsychologieß). Doch wird gerade von Psychologen gegenwärtig ganz außerordentlich viel akustisch gearbeitet. — Die musikgeschichtlichen und musikästhetischen Teile haben noch keine neue Bearbeitung gefunden. Das größere Werk eines Fachmannes in musikhistorischen und ethnologischen Fragen ist erst in Vorbereitung.
0 Winkelmanns Handb. d. Physik, 2. Aufl., Bd. 2, Leipzig 1909. — Müller-Pouillets Lehrbuch der Physik, 10. Aufl., Braunschweig 1906. — Deutsche Übersetzung H. Pflaum, Bd. 2, Braunschweig 1904. — 0 Braunschweig 1908. — 2 Bde., Leipzig 1883 und 1890.