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1Die Sonne hängt an diesem Morgen blaß und blutleer am Himmel. Ihr Licht fällt in die Hausruinen am unteren Ende der Straße und hellt von innen her die Fensterhöhlen auf. Kein ungewohnter Anblick in diesen Januartagen 1945. Seltsam aber ist, daß mitten in einem Meer von Trümmern ausgerechnet die Wirtschaftsoberschule die Bombenangriffe fast unversehrt überstanden hat.Wie an jedem Morgen stellen sich die Schüler auf dem Schulhof zum Einmarsch in die Klassenräume auf. Während sie sich noch um die Plätze streiten, kommt Zilly, die neunzehnjährige Tochter des Hausmeisters, vorbei. Hochbeinig, mit giftgrünem Pullover, verwegen wippendem Rock und einem fest zusammengezogenen Ledergürtel um die auffallend schmale Taille. Zilly ist blond, üppig und frisch. Appetitlich frisch. Ihre Brust einfach Klasse! sagt genießerisch Fritzchen Kirschfink. Er ist der Kleinste in der Reihe vor der Schultür. Schmächtig, knappe sechzehn, ungekämmtes, dünnes Spinnwebenhaar. In seinem gerissenen Jungengesicht drängen sich die Sommersprossen.Und die Beine , sagt bewundernd eine Stimme neben ihm.Mit der möchte ich mal!Küßt nicht jeden.Charakter?Nee Launen.Silentium! ruft da der alte Biologielehrer Dr. Zierholz über den Schulhof.Er versucht, sich straff vor den Schülern der Klasse III a aufzubauen. In seinem verschlissenen Cutaway, den er aus Protest gegen diese uniformierte, sporenklirrende Zeit trägt, wirkt Dr. Zierholz steif und hölzern. In seinen wäßrigblauen5