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Piff-Paff im gräflichen Hause
„Sag, ist dir aufgefallen, Sophie; daß meine Elvira heute ununterbrochen hüstelt?" fragte Frau Charlotte Büschl ihre jüngere Schwester.
„So? Tut sie das?"
„Na, hörst du's denn nicht?"
„Nein, eigentlich ist es mir nicht aufgefallen", antwortete Sophie Gräfin Kinsky gedehnt und legte weiter eine Spielkarte nach der anderen auf den kleinen, mit grünem Tuch bespannten Tisch. „Aber wenn du es sagst, wird's wohl so sein. — Schau, jetzt sind nacheinander vier schwarze Karten gekommen: Pik, Treff, Treff, Pik. Es geht immer in Serien. Glaub mir: das ist wieder ein Beweis dafür, daß es beim Glücksspiel ein unfehlbares System geben muß. Wenn ich das erst heraus habe, dann werde ich ausrechnen können, wann beim Roulett Schwarz und wann Rot kommt und in welcher Reihenfolge gerade und ungerade Ziffern aufeinanderfolgen.
„Und ich sage dir, Sophie, das mit dem Ausrechnen ist Unsinn! Ich verlasse mich lieber auf meine Sehergabe", rief Frau Büsdil, die inzwischen ihre hustende Tochter wieder vergessen hatte und schon mit hochgerecktem Kopf und geschlossenen Augen dasaß. „Warte, ich muß mich nur ein bißchen sammeln, dann kannst du mit dem Auflegen der Karten beginnen, und ich werde dir, ohne hinzuschauen, sagen, was du gerade in der Hand hältst. So, bitte! Ich bin so weit, es kann losgehen."
Gräfin Sophie wendete die erste Spielkarte um.
„Unpaarig, rot", murmelte Tante Lotti mit Grabesstimme.
„Richtig! Eine Herz-Sieben! Und jetzt?"