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Alonso
An diesem Morgen, der wie alle anderen Tage mit einem Seidenhimmel und vollkommener Windstille beginnt, möchte Alonso w^etten, daß er noch hundert v^ird. In der heiligen Stunde des Sonnenaufgangs hält er alles für möglich. Die Welt ist nur für ihn da. Die Gasse schläft, für ihn allein der Tau auf den Oleanderbüschen, die sich durch die Gitterstäbe des Balkons auf der anderen Straßenseite drängen, für ihn allein der Gesang der Vögel, die süße Fäulnis von überreifen Ka-kifrüchten, der Teergeruch, den er aus der Ferne, vom Hafen zu riechen meint. Die Schönheit verschlossener Persianas in altem Mauerwerk, Stromleitungen, die wie gebündelte Seile an den Fassaden entlangführen, die blasse Sommerfarbe des Himmels, alles nur für ihn, den Alten auf dem Korbstuhl in der Carrer Font Augustin in einem Altstadtviertel von Palma im letzten Sommer des Jahrtausends. Er lehnt den Kopf zurück und fixiert die Madonnenstatue im dritten Stock des Hauses Nr. 25, das seiner Wohnung gegenüberliegt. Eine goldene Madonna in einer Nische, die man aus den Steinen herausgehauen hat. Wenn der erste Sonnenstrahl die Stola der Madonna berührt, entrinnt seiner Brust ein Seufzer. Und er lächelt. Dabei ist er kein gläubiger Mensch, läuft nicht in Kirchen, um zu beten oder für seine Sünden um Verzeihung zu bitten. Wenn er glaubte, es würde helfen, hätte er es längst getan, vor Jahren schon, Jahrzehnten,