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VORBEMERKUNGJede geschichtliche Epoche vollzielit sich auf der ganzen Breite des menschlichen Lebens; sie kann daher auch von jedem Bereich dieses Lebens her bestimmt werden. Trotzdem scheint im Gesamtverlauf der Geschichte bald das eine, bald das andere Element des Daseins besondere Bedeutung zu erlangen.So kann man sagen, in der Antike sei es letztlich darum gegangen, das Bild des wohlgeschaffenen Menschen und des edlen Werkes zu finden, und das Ergebnis dieses Bemühens sei es, was wir mit dem Begriff des Klassischen meinen . . Das Mittelalter erfährt in besonderer Weise die Beziehung zum überweltlichen Gott. Darin erwacht die Aufschwungskraft der jungen abendländischen Völker. Von der so gewonnenen Höhe über der Welt her sucht dann der Wille die Welt durchzuformen, und es entsteht jene eigentümliche Verbindung von Inbrunst des Herzens und architektonischer Präzision, welche für das mittelalterliche Daseinsbild charakteristisch ist. . Die Neuzeit endlich greift aus einer bis dahin unbekannten Wirklichkeitsnähe des Verstandes und der Technik nach der Welt. Was das von ihr geschaffene Bild vom Dasein bestimmt, ist die Macht über die Natur. In immer rascherem Vordringen nimmt der Mensch forschend, planend und technisch gestaltend die Dinge in Besitz.Die Neuzeit ist im Wesentlichen zu Ende gegangen. Natürlich laufen die von ihr ausgelösten Wirkungsketten weiter. Geschichtliche Epochen setzen sich nicht so von einander ab, wie die Abschnitte im Verlauf eines wissenschaftlichen Versuchs; sondern während eine herrscht, bereitet sich schon die nächste vor, und die vorausgehende wirkt noch lange nach. Man findet heute noch im Süden Europas