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DIE MACHT DES SCHICKSALSVORWORTEs ist eine eigenartige Ersdieinung im Sdiaffen Verdis, daß er sich öfter, als man es sonst bei Komponisten erlebt, dazu entsdiließt, frühere Werke umzuarbeiten und in neuer Fassung auf die Bühne zu bringen. Zu diesen Werken gehört audi La forza del destine", Die Macht des Schicksals". Die Sdiidtsale dieser Oper sind eigentümlidi genug. Ende 1862 fand die Uraufführung in Petersburg statt, die aber trotz großen äußern Erfolgs keine nadihaltige Wirkung hatte. 1863 ersdiien die deutsdie Übersetzung von Joh. Chr. Grünbaum. Eine Aufführung in deutscher Spradie erfolgte nicht. Für die Mailänder Scala arbeitete Verdi 1868 das Werk um, worauf audi ein neuer deutsdier Auszug mit dem Aufdruck: Neue Ausgabe nadi der Mailänder Auf= Führung) erschien. Aber erst am 12. Okt. 1878 erfolgte im Krollsdien Theater in Berlin die deutsdie Uraufführung. Das Werk drang in Deutsdiland ebensowenig durdi wie in Italien. Dort galt es sogar im 20. Jahrhundert noch in Theaterkreisen als eine Unglüdis-oper", mit der man sich nicht gern befaßte.Im Jahre 1913 brauchte idi zur Jahrhundertfeier von Verdis Geburtstag eine Oper für die Hamburger Neue Oper", die ich damals leitete. Es mußte eine unbekannte sein, da für alle Repertoire-Opern von Verdi das alleinige Aufführungsredit dem Hamburger Stadttheater gehörte. Meine Wahl fiel auf La forza del destino". Das damals in Deutsdiland völlig unbekannte Werk erwies glänzend seine Lebensfähigkeit, und nur der Ausbruch des Krieges hat verhindert, daß es sich in Deutsdiland weiter verbreitete. Nachdem ich es 1925 wieder irt Altenburg aufgeführt hatte, erschien 1926 die Bearbeitung von Franz Werfel, in der die Oper dann über die meisten deutschen Bühnen gegangen ist. Es handelt sidi jedoch bei Werfeis Bearbeitung um eine so völlig vom Original abweichende Umgestaltung des Textes, daß es seit Jahren der Wunsch aller Verdi-Kenner und Verdi-Freunde ist, das Werk neben dieser Bearbeitung auch in einer deutsdien Fassung zu besitzen, die sidi streng an das Original hält. Die vorliegende Ausgabe will diesen Wunsch erfüllen.Für die Revision der tlbersetzung von Grünbaum, die der Textfassung zugrunde liegt, waren folgende Gesichtspunkte maßgebend: 1. Das italienische Original muß möglichst genau erhalten bleiben/ 2. Der deutsche Text muß so gehalten sein, wie sidi der Sänger in der jeweiligen Situation ungezwungen ausdrüdcen würde, damit volle Natürlidikeit