Bővebb ismertető
as achtzehnte Jahrhundert hat man nichtzu Unrecht als das «Jahrhundert des Rokoko» bezeichnet, denn es sind vor allém die Werke der Rokokomeister, die dem Sákulum seinen vielschimmernden Glanz verliehen habén. Doch nur für wenige Jahrzehnte, etwa von 1730 bis 1760, war das Rokoko die dominierende Stilrichtung, und so bildet es nur eine, wenn auch höchst bedeutsame Etappe innerhalb der künstlerischen Entwicklung des achtzehnten Jahrhunderts. Uberdies hat es in den einzelnen europáischen Lándern, bedingt durch die jeweilige Gesellschaftsstruktur und die nationale Eigenart, eine recht unterschiedliche Bedeutung und Ausprágung erfahren. Obgleich die Kunst des Rokoko als Inbegriff aristokratischer Lebensáufterung erscheint, waren in ihr bereits Strömungen wirksam, die zur allmáhlichen Überwindung der Traditionen führten. Der sich vollziehende Wandel von der höfisch-aristokratischen zu einer bürgerlichen Kunstauffassung widerspiegelt den gesellschaftlichen Umschichtungsprozefi, in dessen Verlauf der Übergang vom Feudalismus zum Kapitalismus im wesentlichen seinen Abschlufí fand, nachdem die alte Ordnung und ihre Ideologie allenthalben von den Ideen der Aufklárer in ihrer Daseinsberechtigung und Glaubwürdigkeit erschüttert worden waren. So offenbart die Kunst des Rokoko verschiedenartige Tendenzen, die aus dem Widerstreit der beharrenden und der progressiven politischen Kráfte resultieren. Mit der Französischen Revolution am Ausgang des achtzehnten Jahrhunderts, die eine neue Epoche der Menschheitsgeschichte einleitete, wurde aber der Kunst des Rokoko dann das tragende Fundament endgültig entzogen. Ihre reichste Entfaltung hat die Rokokokunst ohne Zweifel in Frankreich, dem geistigen und kulturellen Mittelpunkt des damaligen Európa, gefunden. Der französischen Kunst des siebzehnten Jahrhunderts war es aufgegeben, mit all ihren Mitteln und Möglichkeiten den als gottgewollt be-