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GeleitwortMit der Landung von Mars-Pathfinder am 4. Juli 1997 im Ares Vallis ist die Raumfahrt nach zwei Jahrzehnten Abstinenz und Fehlversuchen erfolgreich zu unserem Nachbarplaneten zurückgekehrt. Mitgeflogen war ein kleiner Rover, Sojourner, der schnell zum Medienstar avancierte - das von der Erde aus kommandierte erste Marsmobil. Seine Fahrten über Staub und Stein begeisterten Groß und Klein: Die Path-finder-Internet-Seite der NASA verzeichnete in den ersten Wochen der Mission über 100 Millionen, die des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt e. V. (DLR) etwa zwei Millionen Zugriffe. In den Straßen boomten Spielzeugautos, ferngesteuert (nicht nur) von Kinderhand. Für kurze Zeit hatte der Mars große Teile der Öffentlichkeit - wieder einmal - in seinen Bann gezogen. Und erneut trat eine gewisse Beziehung des Menschen zum Mars zutage - welcher kulturgeschichtlichen Entwicklung oder Neugier folgend auch immer.Spätestens hier setzt für uns Wissenschaftler, die am neuerlichen Aufbruch zum Mars mit Ideen, Projekten oder Experimenten beteiligt sind, die Verpflichtung an, gegenüber der Gesellschaft eine gewisse Bringschuld zu ülgen. Das heißt kurzweg, die interessierte Öffenüichkeit an unseren wissenschaftlichen Ergebnissen teilhaben zu lassen bzw. die Forschungsresultate und unser fachspezifisches Gedankengut transparent zu machen.So vermittelt das vorliegende Buch aus der Feder zweier fachkompetenter Planetenwissenschaftler in enger Zusammenarbeit mit einem Wissen-schaftsjournalisten einen ersten umfassenden, leicht verständlichen Überblick dessen, was Pathfinder und Sojourner - neben abenteuerlichen und ästhetischen Momenten - aus wissenschaftlicher Sicht erbracht hat: Wir lernen im Detail die Morphologie des Landeplatzes im Kontext zu unserem bisherigen Wissen -insbesondere nach den Viking-Missionen - zur globalen geologischen Entwicklung des Planeten kennen, wir betrachten - fernab des unwirtlichen Marsklimas - Landschaften und Steine, als ob sie vor unserer Haustür liegen, und wirlernen die wissenschaftliche Neugier verstehen, warum es (schließlich auch aus europäischer Sicht) notwendig erscheint, diese aus planetarer Gesamtschau fast zweite Erde intensiv weiter zu erforschen. Und schon können wir neue, aktuelle Marsbilder bestaunen - die Kartierung der Nachbarwelt durch Mars Global Surveyor bis etwa zum Jahr 2000. Freilich, die Auswertung der Datenflut aus dem Ares-Tal und ihre Bewertung zur allgemeinen, bisher verstandenen Marsgeologie ist längst noch nicht abgeschlossen. Dies betrifft natürlich auch die so erfolgreiche chemische Vermessung der Marsgesteine mit dem am Max-Planck-Insü-tut für Chemie in Mainz entwickelten Alpha-Proton-Röntgenspektrometer - Sojourners Spürnase. Die erschnüffelten Daten waren teilweise so überraschend, daß ein endgültiges Verständnis aller Messungen noch auf sich warten läßt.Aber schon jetzt ist klar: Mobilität ist für die geologische und geochemische Erkundung des Mars ebenso unerläßliche Voraussetzung wie die höchstauflösende Kartierung der Marsoberfläche aus dem Orbit. Beide Aspekte sollten zu den dringlichen Schwerpunkten zukünftiger Marsmissionen zählen. Das gegenwärtig für 2003 diskutierte europäische Vorhaben Mars-Express berücksichtigt vorrangig diese hochgesteckten Forschungsziele. Den Autoren gebührt Dank, gerade auch im Hinblick auf die anvisierte Eroberung des Mars dieses gegenwärtig aktuellste, für die Öffentlichkeit gedachte Kompendium in deutscher Sprache zum Stand der (geologischen) Marsforschung vorgelegt zu haben. Vielleicht entdeckt der Leser darüber hinaus aber auch unter den Tausenden hier abgebildeten Steinen im Ares Vallis jene Kleinigkeit, die von den Wissenschaftlern einfach übersehen wurde. Mögen die Autoren die Geschichte des Mars nach neuen Missionen ergänzend (oder neu?) weiterschreiben Prof. Dr. Dr. h.c. Heinrich Wänke Max-Planck-Institut für Chemie, Mainz