Bővebb ismertető
Von den sumpfigen Bergwiesen dampften die Abendnebel auf, verhüllten die verwitterten Kreuze auf den zahlreichen Steinhügeln am Wegrand, unter denen die Opfer der Banditen ruhten, wallten empor zu den zerklüfteten Felsen, die gleich morschen Zähnen in einem Riesengebiß aus der Einöde des Paramo aufragten, und bedeckten alsbald den ganzen Paß mit ihren grauen Schleiern, bis ein jäh erwachter Wind das dichte feuchte Nebelgespinst zerriß und die hauchfeinen Fetzen nordwärts jagte, über die Kaserne der Zapadores hinweg und weiter an der Unterkunft „El Presidente" vorbei in das schwarz gähnende Tal hinab, in dem sich bereits die Schatten der frühen Nacht verdichteten, während auf den Höhen noch ein schwaches, rasch verdämmerndes Zwielicht herrschte.
Vor dem niedrigen, langgestreckten Bau der Kaserne der Zapadores schritt einsam ein Soldat auf und ab. Sein dunkelbraunes, knochiges Gesicht war von der breiten Krempe eines hellgrauen Filzhutes halb verdeckt, und seine untersetzte, stämmige Gestalt war von einer blauen Ruana umhüllt, aus deren Faltenwurf der Karabiner drohend hervorsah, den er im Arm hielt.
Von Zeit zu Zeit blieb der Soldat stehen und hob angespannt lauschend den Kopf, denn um die Stunde der Abenddämmerung waren schon oftmals Wanderer oder sogar ganze Karawanen von den Banditen überfallen worden, die seit langem den Paramo unsicher machten, ohne daß es bisher gelungen war, ihnen in dem unzugänglichen, zerrissenen Berggebiet auf die Spur zu kommen.
Doch nur das langgezogene Gebrüll eines Pumas unterbrach die lastende Stille, und eine Weile später ließen sich gedämpfte Gitarrenklänge vernehmen, die scheinbar aus dem Nichts hervorkamen, denn die Herberge „El Presidente" war in dem schwindenden Licht nicht mehr zu erkennen.
Der einsame Wachposten jedoch wußte, daß die Musik nicht von Geisterhand hervorgerufen wurde. Er summte die