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VORWORT
Das Vorspiel wahrt - als dos einzige der Wagnerschen Opernvorspiele seit dem "Lohengrin" - Form undCharakter der romantischen Opernouvertüre: sie gibt einen rein musikalischen, also in allgemeine HauptzUge zusammengefaßten Abriß der Handlung, deren treibende Momente durch Leitmotive symbolisiert erscheinen. Die alte, überkommene Sonatenform ist, wenn auch stark erweitert und modifiziert, immer noch erkennbar. Im Expositionsteil werden die entgegengesetzten Grundideen neben einander aufgestellt: dasMeistersingertum, durch die ihm zugehörigen Motive vertreten, im Hauptsatz (T. 1 ff.), Walther durch seinen Liebes- und Werbegesang im Seitensatz (T.97 ff.); in der Durchfühmngspartie treten die Konflikte ein: Die Karikatur des Meistersingerprinzipes, Beckmesser, durch das karikierte, von den Holzbläsern gemeckerte Meistersingermotiv dargestellt (T. 122 ff.), ihm gegenüber Walthers Lenzmotiv (T. 125, 134) und als wirksamer Bundesgenosse der Spottchor des Volkes gegen Beckmesser. ("Scheint mir nicht der Rechte", T.138 ff.) In der gleich zur Koda erweiterten und gesteigerten Reprise treten Haupt- und Seitensatz, Meistersinger- und Waltherthemen, gleichzeitig vereint auf, als Symbol der Versöhnung (T. 158 ff.).
Die ersten Entwürfe zu den "Meistersingern" reichen bis in das Jahr 1845, die Zeit des "Tannhäuser" und "Lohengrin" zurück. Aber erst nach der Vollendung des "Tristan", 1861, nahm Wagner den alten Plan wieder auf. 1867 war die Partitur vollendet, am 21. Juni 1868 fand in München, unter Leitung von Bülow, die erste Aufführung statt.
Aufführungsdauer: 10 Minuten