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Einführung
Im Jahr 1980, wenn die Gründung der einst Königlichen, dann Staatlichen Preußischen Museen zu Berlin vor 150 Jahren gefeiert wird, bückt das Antikenmuseum in Berlin-Charlottenburg gerade aufsein 20jähriges Bestehen zurück: es wurde im Mai 1960 als „Antikenabteilung der ehemals Staatlichen Museen Berlin" eröffnet zur Bewahrung, Pflege und Ergänzung der im zweiten Weltkrieg aus dem bom-bengefahrdeten Berlin ausgelagerten, dann nach Westdeutschland und 1957/ 58, als die „Stiftung Preußischer Kulturbesitz" im Entstehen war, nach Westberlin gebrachten Antiken. Die somit aus den Zufallen der Auslagerung und der deutschen Nachkriegsgeschichte entstandene Sammlung umfaßte vor allem Werke der sogenannten antiken Kleinkunst, damals etwa die Hälfte der Bestände des früheren Antiquariums aus dem Alten und Neuen Museum auf der Museumsinsel im Zentrum Berlins, und ist inzwischen um eine stattliche Zahl von Neuerwerbungen und Schenkungen erweitert worden (z.B. hier Taf. 1, 7, 36, 39, 49, 51, 52). Was in Berlin selbst an Antiken das Kriegsende überstanden hat, das sind weitere Bestände des Antiquariums, die Skulpturen und die Architekturproben, ist, soweit es nicht an Ort und Stelle verblieben war, nach größtenteüs nicht minder weiten Ostreisen seit 1959 in der Antiken-Sammlung der Staatlichen Museen im Pergamonmuseum in Ostberlin ausgestellt. Einen umfassenden Überblick über die gesamte antike Kulturentwicklung Griechenlands und Italiens kann das Antikenmuseum - der geschilderten Entstehung entsprechend — nicht bieten, auch eine lückenlose Darstellung der griechischen und römischen Kunstgeschichte in allen ihren Gattungen nicht. Es beherbergt vor allem solche Gegenstände, an denen man sich seit dem vorigen Jahrhundert eine
Vorstellung vom hohen Stand des künstlerischen Handwerks der Antike gemacht hat, griechische Tongefaße also z. B. (Tonfiguren nur in geringer Zahl), griechische, etruskische und römische Bronzefiguren und Bronzegeräte, Elfenbeinschnitzereien, Arbeiten aus Edelsteinen und Halbedelsteinen, aus Glas (der größere Teil der alten Berliner Glassammlung ist allerdings 1945 zerstört worden), eine einzigartige Sammlung von antikem Schmuck und antiken Gold- und Silberschätzen, auf Holz gemalte Mumienporträts aus dem römischen Ägypten, Holz-und Steinsarkophage, einige wenige Marmorskulpturen. Die Herkunft dieser antiken Kunstwerke ist verschieden, ein guter Teil davon kam im 19. Jahrhundert aus den Gräbern Griechenlands oder Etru-riens; meist sind die genaueren Fundumstände dann unbekannt. Ein anderer Teil aber stammt aus den großen deutschen Ausgrabungen des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts: im Antikenmuseum befinden sich zusätzlich ganze Komplexe oft unansehnlicher, aber kunsthistorisch interessanter Scherbenfunde aus Pergamon oder Milet und beispielsweise nahezu alle nach Berlin gekommenen Kleinfunde der deutschen Ausgrabungen im westkleinasiatischen Priene. Alle diese Gegenstände - und häufig gilt das auch von den Neuerwerbungen -spiegeln eine alte Museumsgeschichte, manche der kostbarsten Arbeiten sind schon in barocken Schatzkammern nachzuweisen. Auch in Berlin wurde früh gesammelt, in den kurfürstlichen Schlössern tauchten erste Antiken auf, im 17. Jh. wurden sie bereits wissenschaftlich katalogisiert, als königlicher Besitz waren sie im 18. Jh. auch mit der politischen Entwicklung Preußens verbunden. 1770 versammelte Friedrich II. die inzwischen berühmt gewordenen „Anticaglien" (italien. für kleine, urspr. wertlose Altertümer) im runden Antikentempel beim Neuen Palais in Potsdam. 60 Jahre später (und nach