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SAINT-SIMONS MEMOIREN
VON
SAINTE-BEUVE
Keine Literatur ist reicher an Memoiren als die französische: mit Villehardouin zu Ende desXILJahr-hunders beginnen die ersten Memoiren in französischer Sprache, die wir besitzen. Unsere Prosa zeigt sich dort bereits einfach, ungekünstelt und natürlich, Eigenschaften, die sie nicht wieder verlieren sollte, und schlägt Töne epischer Größe an, die sie nicht immer zu bewahren vermochte. Nach Villehardouin, der sich als das erste Denkmal am Horizonte zeigt, besitzt Frankreich, selbst in jenen fernen Jahrhunderten eine Aufeinanderfolge bewundernswerter historischer Gemälde, entworfen von Zeugen und Zeitgenossen, von Froissart, Commynes und andern nach ihnen. Man gelangt auf diese Weise durch eine ununterbrochene Reihe von denkwürdigen Erzählungen bis zu Ludwigs XHL und Ludwigs XIV. Zeiten, die so reich sind an Schriftwerken und Zeugnissen dieser Art. Mit den Erinnerungen des Kardinals von Retz schien es, als sei in jeder Beziehung der Gipfel erreicht und keine Hoffnung mehr vorhanden, daß sie überboten würden. Da sind aber^die Memoiren Saint-Simons gekommen und haben, was Reichhaltigkeit, Umfang, Zusammenhang, Eigenschaften des Ausdrucks und der Farbe angeht, Verdienste bewiesen, die aus ihnen das größte und