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Wir erinnern uns alle noch an diese Zeit. Sie war für mich nicht anders als für andere. Trotzdem erzählen wir uns immer wieder in allen Einzelheiten von den Dingen, die wir erlebt haben, und es ist, als wollten wir durch das ständige Wiederholen, das Zuhören, sagen: Also war es für Sie auch so? Dann stimmt es also doch, ja, es war so, es muß so gewesen sein, ich habe mir nicht bloß alles eingebildet. Wir vergleichen oder streiten uns wie Leute, die auf einer Reise sonderbare Tiere gesehen haben: Haben Sie auch den großen blauen Fisch gesehen? Ach, Ihrer war gelb! Aber das Meer, über das wir fuhren, war immer dasselbe, die lange Zeit des Unbehagens und der Unruhe war dieselbe für jedermann, überall, in den kleineren Zellen unserer Städte - einer Straße, einem Wohnblock, einem Hotel - ebenso wie in ganzen Städten, Ländern, einem Erdteil. . . Gewiß, bedenkt man, was für Ereignisse das waren, so sind das recht hochtrabende Vergleiche: bizarre Fische, Ozeane und so weiter. Aber vielleicht sollte man hier doch davon sprechen, daß wir - jeder einzelne - im Rückblick auf einen Lebensabschnitt, eine Folge von Ereignissen, sehr viel mehr darin sehen als zu der Zeit, als wir noch mittendrin waren. Das gilt sogar für so unerquickliche Dinge wie den Unrat auf einer Wiese nach einem Volksfest. Die Leute vergleichen ihre Notizen, als wünschten oder hofften Sie, etwas bestätigt zu bekommen, was sie scheinbar ganz und gar ausgeschlossen hatten. Glück? Das ist ein Wort, das ich im Lauf meines Lebens öfter einmal aufgegriffen, angesehen habe - aber ich mußte jedesmal feststellen, daß es nicht standhielt. Oder einen Sinn; einen Zweck? Wie auch immer, die Vergangenheit, blickt man mit dieser Einstellung auf sie zurück, scheint jedenfalls durchdrungen von einer Substanz, die ihr fremd war, als sie noch Gegenwart war, nichts zu tun hatte mit der Erfahrung dieser Gegenwart. Könnte dies das Wesen der Erinnerung sein? Nostalgie - nein, das meine ich nicht, die7