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B. SMETANA, DIE MOLDAU
Als rweites Werk des Zyklus „Mä Vlast" („Mein Vaterland") wurde die Komposition der symphonischen Dichtung Vitava" („Moldau") am 20. November 1874 begonnen und am 8. Dezember desselben Jahres vollendet. Die Uraufführung fand am 4. April 1875 im Rahmen der Smetana-Konzerte auf der Sophien-Insel in Prag unter Leitung von Adolf Cech statt. Wie allen symphonischen Dichtungen dieses Zyklus gab Smetana auch der „Moldau" eine kurze programmmäßige Erläuterung bei. Sie lautet in deutscher L!bersetzung: Diese Kompf)sition schildert den Lauf der Moldau. Sie belauscht ihre ersten zwei Quellen, die warme
und die kalte Moldau, verfolgt dann die Vereinigung beider Bäche und den Lauf des Moldauflusses über die weiten Wiesen und Haine, durch Gegenden, wo die Bewohner gerade fröhliche Feste feiern. Im silbernen Mondlicht führen Wassernymphen ihre Reigen auf, stolze Burgen, Schlösser und ehrwürdige Ruinen, mit den wilden Felsen verwachsen, ziehen vorbei. Die Moldau schäumt und wirbelt in den Stromschnellen zu St. Jo-hanni, strömt in breitem Flusse weiter Prag zu, die Burg Vysehrad taucht auf ihrem Ufer auf. Die Moldau strebt majestätisch weiter, entschwindet den Blicken und ergießt sich schließlich in die Elbe.
Aufführungsdauer 12 Min.
Vortragsbezeichnungen, die zwar nicht von Smetana herrühren, aber bei den vielfachen Aufführungen des Werkes durch das Orchester der böhmischen Philharmonie unter der Leitung des Unterzeichneten sich als notwendige Ergänzung herausgestellt haben, wurden in Klammern hinzugefügt, wie z. B. (—).
Prag, Dezember 1914
Dr. Wilhelm Zemänek
Edition Peters, Leipzig
Bestell-Nr. 634 Lizenz-Nr. 415-330/81/73 Druck: polydruck Radeberg, PA Coswig, 4056/9 111/21/19 Printed in GDR