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Der Mann sah aus wie Moses. Behutsam führte er den Dietrich ins Schloß. Ein kaum wahrnehmbares Klak-ken war zu hören. Dann ließ sich die Tür öffnen. Moses trat ein. Er schloß die Tür hinter sich sogleich wieder und lauschte mit angehaltenem Atem. Im Bad rauschte die Dusche. Im Wohnzimmer war das Radio an. Der Nachrichtensprecher sagte die Zeit: „Es ist in fünf Sekunden sechzehn Uhr " Und dann war es genau sechzehn Uhr. Musik erklang. Leicht und beschwingt, obwohl in diesem Augenblick eine schwerfällige Trauermusik angebrachter gewesen wäre. Moses war nämlich im Begriff, seinen zweiten Mord zu begehen.
Wendy Marsh genoß die nadelfeinen Wasserstrahlen auf ihrer samtweichen Haut. Sie drehte und räkelte sich unter der Dusche, drückte Badeschaum aus der Tube und verrieb ihn mit einem löwenkopfgroßen Schwarrim auf ihren üppigen Brüsten. Gurgelnd schraubte sich das Seifenwasser in den Abfluß.
Wendy stellte auf „kalt", bibberte eine halbe Minute unter dem eisigen Wasser und machte dann Schluß mit der erquickenden Brause. Sie sprang auf den langfaserigen Nylonteppich und fegte sich mit jugendlichem Schwung die Badehaube vom Kopf. Eine Flut rotgoldenen Haares ergoß sich auf ihre nassen, wohlgerundeten Schultern. Sie betrachtete sich wohlgefällig im Spiegel und stellte sich das Zeugnis aus, daß sie ein bemerkenswert gebautes Mädchen sei.
Nackt trippelte sie aus dem Badezimmer. Die Wassertropfen schimmerten wie Perlen auf ihrer gebräunten Haut. Zum Fenster fielen die Sonnenstrahlen wie gleißende Lanzen herein. An diesem Tag bäumte sich der Herbst noch einmal auf und zeigte sich von seiner sympathischsten Seite, ehe er in graue Trostlosigkeit verfiel. Wendy begab sich ins Schlafzimmer. Sie