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JANUAR FEBRUAR MÄRZ
Die Morgengabe hat bereits ihre Tradition. Sie variiert jedoch die Formen des Gesprächs mit Ihnen, verehrter Bücherfreund. Einmal gaben mancherlei Verse die Anknüpfung. Dann gingen wir von der Weisheit eines Dichters aus, um schließlich aus Briefen großer Söhne an ihre Mütter zu zitieren. Wir wollten Assoziationen herstellen, wollten vom Einfall zur Vielfalt gelangen. In diesem Jahre soll der Sachverhalt für sich selber sprechen. Von Autoren und ihren Büchern wird wieder zu berichten sein, die ihre Leser erreichen wollen. Wir haben sie gesucht, geprüft, gewogen. Wir haben sie in eine Ordnung gestellt und dabei immer bedacht, wie wir Ihnen die bestmögliche Auswahl bieten könnten.
Es gibt Titel, die ihre Rechtfertigung in sich tragen, weil sie zum Bestand der Literatur gehören. Zwei Beispiele: Voltaire und Kleist. Den großen Franzosen kennen wir als Philosophen, dessen Witz sein Zeitalter illuminierte, der als Gast in Sanssouci mit dem großen Friedrich die Klingen kreuzte. Daß er als Erzähler weiterlebt, wollen wir mit einer Ausgabe seiner Romane bekräftigen. Goethe rühmte seinen Stil und seine „intellektuelle Bravour", sie hätten, meinte er, Voltaire zum „höchsten unter den Franzosen denkbaren, der Nation gemäßesten Schriftsteller" gemacht. Und Heinrich von Kleist? Er durcheilte die geistige Landschaft seiner Epoche und endete, 34 Jahre alt, als einer, der erst der Nachwelt wahrhaft verständlich werden sollte, ein Genie, dessen Werk und Existenz in gleicher Weise fesseln. Der Band „Lebensspuren" dokumentiert das tragische Schicksal des Dichters, den Nietzsche mit Beethoven in einem Atem nennt.