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WILLI GEISMEIER
Uie Museumsinsel
Im Zentrum Berlins, zwischen der FriedrichstraBe und dem Alexanderplatz, erhebt sich der grofíe Gebáudekomplex der „Museumsinsel". Lángst ist sie für ganz Deutschland und für die Welt zu einem Begriff geworden. Ihr verdankt Berlin den ehrenvollen Namen „Stadt der Museen". Die Anfánge der Berliner Kunstsammlungen reichen bis in das 16. Jahrhundert zurück. Zur gleichen Zeit, da auch in Dresden, am Hofe der sáchsischen Kurfürsten, die Grundlagen zu den spáteren Kunstsammlungen gelegt wurden, gründete der brandenburgische Kurfürst Joachim II. seine Kunstkammer. Sie diente vor allém der Reprásentation. Fremden Besuchern wurde ihre Besichtigung erlaubt, damit sie in ihrer Heimat von der Macht und dem Reichtum des Landesherren berichteten. Natürlich kamen hierfür nur Standespersonen oder Gelehrte in Frage, von deren Urteil sich der Fürst das gröBte Renommee versprach. Die Besucher erwartete nicht in erster Linie eine Sammlung von Kunstwerken, vielmehr ein Sammelsurium von kunstreichen Gebrauchsgegenstánden, wie Tafelgeráten und Waffen, Münzen und Medaillen und von nur wenigen altén Handschriften und Gemálden. Ein groBes Inter-esse brachte die Zeit merkwürdigen Naturprodukten, wie aus-gefallenen Mineralien und Versteinerungen oder exotischen Dingen, wie StrauBeneiern und Schildkrötenpanzern entgegen, die oft von geschickten Goldschmieden in Edelmetalle gefaBt und zu GefáBen oder práchtigen Taíelaufsátzen gestaltet