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ANERKENNUNGFür die freundschaftliche Teilnahme, die sie diesem Werke bewiesen, und die Geduld, die sie dem Verfasser bezeigten, stattet dieser hiermit seinen Kollegen am Musikwissenschaftlichen Institut der Columbia-Universitát seinen aufrichtigen Dank ab. Er fühlt sich besonders den Herren Dr. Eric Hertzmann und Dr. Myron Schaeffer sowie Herrn Richárd S. Angell an der Musikwissenschaftlichen Bibliothek der Universitát verpflichtet, die stets bereitwillig geholfen habén, den Professoren Austin P. Evans, William B. Dinsmoor, Meyer Schapiro und Everard Upjohn für freundliche Beratung, Fráulein Gertrude Norman und Dr. Walter Rubsamen für manche Gefálligkeiten, dem Musical Quarterly (G. Schirmer Inc.) und dem Columbia Quarterly (Columbia University Press) für die Erlaubnis, seine Aufsátze in diesen Zeitschriften auszugsweise- zu benützen, dem Metropolitan-museum der Künste in New York und dem Kunstinstitut von Chi-cago für die Genehmigung, Material aus ihren Sammlungen zu benützen und wiederzugeben, Frau Howard Cunningham, Fráulein Barbara Lewis und Fráulein Justine Pecheux für ihre Hilfe bei der Fertigstellung des Manuskriptes, schliefilich dem gesamten Stabe von W. W. Nortonu. Co. für ihren unermüdlichen guten Willen und ihre unablássige Mithilfe.P. H. L,Die Musik im AbendlandeEinleitungJede Kultur ist das zusammenfassende Ergebnis der Lebensbeherr-schung durch den Menschen. Die Kunst ist das erhabenste Sinnbild dieser Beherrschung, zugleich die höchste Einheit, die der Mensch zu erringen vermag. Der Geist einer Epoche spiegelt sich jedoch nicht alléin in den Künsten, sondern auf jedem Gebiet menschlichen Be-mühens, angefangen von der Theologie bis zur Technik. Auch dür-fen wir es nicht als selbstverstandlich annehmen, daI3 ein gleichför-miger Zeitgeist in jeder Phase der Kunst unverandert zum Ausdruck kommt und uns jeweilig denselben Sinn vermittelt. Was wir suchen, flnden wir vielmehr in der Summe der Sinngehalte der verschiedenen Künste; diese Sinngehalte, auf solche Weise zusammengefafit, bilden das innerste Wesen des künstlerischen Zeitgeistes. Künstlerische Schöpfung und künstlerische Ausdrucksformen sind ab-hangig von den Zeitlauften, dem Aufenthaltsort und der natürlichen Veranlagung eines Künstlers. Die Beherrschung dieser Elemente, die uns von einem Kunstwerk trennen, ist Pflicht des Geschichtsschrei-bers. In der Vergangenheit gab es Musikschriftsteller, die es für mög-lich hielten, den Beitrag eines Musikers nach der von ihm geschaffenen Formensprache zu erklaren; sie behaupteten, zusammen mit einigen Kunstkritikern, dafí in der künstlerischen Bewertung kein Unter-schied zwischen einem gut gemalten Krautkopf und einer gut ge-malten Madonna bestehe". Als dann aber das Pendel nach der andern Seite hin ausschlug, betrachtete man alles nur unter dem biogra-phisch-psychologischen Gesichtspunkt; Anekdoten und Interpreta-tionen" dienten als Bewertungsmittel; dies ging bis zum AusschluI3 asthetischer Merkmale. Zu einer gerechten Abschátzung jedoch müssen beide Methoden in standigem Gleichgewicht gehalten werden. Jeder groBe Künstler ist ein Bestandteil seiner Zeit; aber seine Zeit wird auch durch seine Mithilfe geschaííen. Wir sprechen von der ,Zeit', aber die Zeit an sich ist leer und bedeutungslos, sofern sie nicht durch die Erscheinungen fafibar gemacht wird. Zeit kommt durch Leben zum Ausdruck, und Leben ist Widerstreit, Bewegung innerhalb der Zeit. Daher kann die Zeit niemals nur einen Stil hervorrufen. Eine Einzelpersönlichkeit mag ihre Generation beherrschen, aber wenn wir uns nur an die eine hervorragende Persönlichkeit haltén, können wir leicht die Bedeutung eines1 ganzen Zeitalters verkennen. Durch Unter-suchung von Einzelpersönlichkeiten und durch Verfolgung ihres Ent-wicklungsganges ohne Rücksicht auf ein gröfieres Ziel gefahrden wir das wahre Verstandnis der Entwicklung einer Kunst. Wagner war nahezu zwanzig Jahre alt, als Goethe starb; J. S. Bach arbeitete an seinem letzten Willen und an der Krönung seiner Polyphonie, als