Bővebb ismertető
VORWORTWenn jemand ein Buch über die Grundströraungen des musikalischen Schaffens seit Richard Wagner, also im wesentlichen über die Musik der Gegenwart, in die Welt schickt, so wird er sich wenigstens über mangelndes Interesse am Thema nicht zu beklagen haben. Denn diese musikalische Welt interessiert alle, da wir mitten in ihr leben.Nicht auf das Was, sondern auf das Wie der Darstellung kommt es also an. Der gangbarsten Wege, diesen großen und vielgestaltigen Stoff zu bewältigen, sind zwei. Der eine ist die historischphilologische Erkenntnismethode; bei einem täglich sich wandelnden Stoff, der der historischen Betrachtung und Einordnung widerstrebt, erscheint er als der schmälste von beiden. Der andre, leider um so breitere Weg ist der des subjektiven Parteistandpunkts.Mein Buch folgt keinem, nimmt aber von jedem den besten Ausblick mit. Daß es äußerlich so gar nicht philologisch auftritt, wird ihm sicherlich mancher zum Fehler anrechnen. Es verzichtet ja auf alle, dem Lexikon aufbehaltenen Zahlen und Daten, auf den strengen Apparat von Anmerkungen, Fußnoten, Notenbeispielen, Literatur- und Werkverzeichnissen und rühmt sich auch keiner historischen Vollständigkeit. Es trägt also etwa dasselbe Kostüm, wie Richard Muthers Kunstgeschichte. Gleichwohl baut es sich dort wie hier auf sorgsam geebnetem historischen Grund auf; ja, es versucht gradeswegs und in seiner strengen Konsequenz vielleicht zum erstenmal, die großen musikalischen Strömungen der Gegenwart mit dem historischen Senkblei zu ergründen. Kein Mo-demitischer also, der sich über das historische Geschehen, über die unersetzliche Notwendigkeit, den hohen Wert der historischen Forschung und der historischen Betrachtungsweise hinwegsetzt, hat es geschrieben. Und ebensowenig ein Reaktionärer, der von der Moderne sich mißvergnügt abwendet, weil sie ja noch nicht Gegenstand der geschichtlichen Forschung sein könne, oder weil er sie nicht mag. Will man also das Werk als eine innerlich fest miteinander verknüpfte und die Vielheit der Strömungen und Erscheinungen zur Einheit zusammenfassende Folge von Essays über die