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VORWORT
Was Jesus seinen Jüngern über die evangelische Haltung sagt: „Man zündet kein Licht an und stellt es unter den Scheffel, sondern auf den Leuchter, so leuchtet es allen im Hause" (Mt 15), gilt auch von seinen eigenen Worten. Wie er „das wahre Licht der Welt" ist, so sind auch seine Worte „angezündetes Licht" für die Welt, das „auf den Leuchter gestellt" werden muß.
Die vorliegende Arbeit bemüht sich um die Worte Jesu an seine Mutter im Johannesevangelium, die durch unzählige, einander widersprechende Auslegungen bisher eher in ein „Kellerloch gestellt" (Lk 11, 33) zu sein scheinen als „auf den Leuchter". Ein kühnes Unternehmen, das aber nicht weniger wichtig ist als die Bemühung um den Sinn anderer Worte Jesu! Und wenn unsere Arbeit manchem Leser im ersten Augenblick gegen den „ökumenischen Geist" zu verstoßen scheint, so weisen wir auf die Worte des reformierten Basler Neu-testamentlers Prof. Dr. Oscar Cullmann hin, der als Beobachter beim zweiten Vatikanischen Konzil sagte: „Vom ökumenischen Gesichtspunkt aus ist es eine ganz üble Methode, unter Stillschweigen das zu übergehen, was uns in Wirklichkeit trennt" *.
In einem Zeitalter, in dem das biblische Interesse außerhalb, aber auch — Gott sei Dank! — innerhalb der katholischen Kirche sehr wach geworden
* Zu den Vertretern der Presse am 23. November 1962.