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Der Frühling dieses Jahres war - wie fast jeder Frühling in Lugano - von verschwenderischer Schönheit. Die Blüten der Tulpenbäume an der Seepromenade schienen vor Sinnenfreude zu bersten, doch auf den Bergen ringsum lag noch fahler Schnee. Zartes Rosarot versuchte sich gegen ein noch eiskaltes Weiß zu behaupten. Der Himmel über der Landschaft leuchtete sanft; die regennassen Straßen der Stadt glänzten, aber den Menschen schien die Nässe nichts auszumachen; es war, als genössen sie das feuchte Frühlingswetter.
In einem Haus an einer Prunkstraße dieser prächtigen Stadt, der Viale Cattaneo, dicht beim großen Park, lag die Leiche eines Mannes. Sie lag dort schon seit mehreren Tagen. Als man sie fand, hatte die Verwesung bereits eingesetzt.
Aus den Aussagen einer gewissen Rossana Bossi, j6, verwitwet, Mutter von acht Kindern. Wohnend bei Várese, Italien; von dort aus wöchentlich dreimal, über Fönte Tresa, einreisend und dann in Lugano ganztägig tätig - bei einem Geschäftsinhaber, Mode; einem deutschschweizerischen Bankangestellten; und jeweils montags, in der Viale Cattaneo, fünfter Stock rechts, bei einem gewissen Signor Norden:
»Ein überaus sympathisch wirkender älterer Herr, ungefähr Mitte Fünfzig. Ich hatte seine Zweizimmerwohnung
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