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Es war kurz nach 22 Uhr.
In der weiträumigen Werkhalle surrten die Drehbänke, zischten Schweißbrenner grelle Lichtblitze, dröhnte Blech unter Hammerschlägen. Die Nachtschicht hatte begonnen. Zu den Obliegenheiten des Schichtmeisters gehörte es, unmittelbar nach Arbeitsbeginn den Kontrollgang zu machen. Längst hatten an diesem Abend die Meister der einzelnen Bereiche ihre Anwesenheitsmeldungen für den Schichtmeister fertig, doch er kam nicht.
Vielleicht ist er in einem anderen Bereich aufgehalten worden", erklärten sich die einen dieses außergewöhnliche Vorkommnis. Andere schmunzelten schadenfroh: „Die Zeit verbummelt - warum soll ausgerechnet dem Milan nie so etwas passieren!"
Der Schichtmeister Artur Milan war jedoch weder aufgehalten worden, noch zum ersten Male seit Jahren unter den „Nachzüglern" gewesen. Er saß in seinem kleinen, von der Werkhalle abgeteilten Arbeitsraum und hatte vor sich auf dem Schreibtisch das aufgeschlagene Schichtbuch liegen. Unverwandt blickte Artur Milan auf die eckigen Bleistifteintragungen, die der Meister der Spätschicht gemacht hatte: „Kostenstelle 134 dringend Elevatorwellen für Mähdrescher Im Schiff drei Hinterachsbolzen . Zehn Vor-derachsrohre schweißen " Jeder Satz enthielt eine Aufgabe für die bevorstehende Nacht. Es warenviele Aufgaben. Die Zeit drängte. Anweisungen mußten gegeben werden. Für die Härterei, an die Schweißer, für die Kollegen an den Fräsen - wertvolle Minuten verstrichen. Regungslos