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Die Nase im fremden Dreck [antikvár]

Die Nase im fremden Dreck [antikvár]

 
NUMMER 35KOMMISSAR XDie Nase im fremden DreckWer auf einem Tiger reitet, kann nicht absteigen. Wer sich mit Spionen einläßt, macht am besten sein Testament.Um dreiviertel eins erreichte der dunkelblaue Dodge den Ort Darien.Eine fauchende Katze sprang dem Wagen in den Weg. Fluchend stieg der Fahrer auf die Bremse. Reifen quietschten, der Dodge stellte sich quer. Im nächsten Augenblick gab der Mann am Lenkrad wieder Gas. Alles weitere besorgte die Getriebeautomatik.Verdammt, ich darf jetzt nicht durchdrehen, sagte sich der Mann hinter dem...
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NUMMER 35KOMMISSAR XDie Nase im fremden DreckWer auf einem Tiger reitet, kann nicht absteigen. Wer sich mit Spionen einläßt, macht am besten sein Testament.Um dreiviertel eins erreichte der dunkelblaue Dodge den Ort Darien.Eine fauchende Katze sprang dem Wagen in den Weg. Fluchend stieg der Fahrer auf die Bremse. Reifen quietschten, der Dodge stellte sich quer. Im nächsten Augenblick gab der Mann am Lenkrad wieder Gas. Alles weitere besorgte die Getriebeautomatik.Verdammt, ich darf jetzt nicht durchdrehen, sagte sich der Mann hinter dem Lenkrad. Wer A sagt, muß auch B sagen. Ich bin im Begriff, C zu sagen, und das ist schon zuviel. Einmal und nie wieder.im Welterfahren analysierte er seine Gefühle. Es war eigentlich nicht Angst, was ihn erfüllte; Das Wort Unbehagen hätte seine EmotionenIbesser beschrieben. Als er in der Ortsmitte nach Südosten abbog imd in langsamer Fahrt den wenig befahrenen Küstenweg suchte, verstärkte sich sein Unbehagen. In seinem rechten Ohr begarm etwas warnend zu ticken.Der Mann fluchte vor sich hin. Am liebsten hätte er die verkorkste Geschichte rückgängig gemacht, aber dazu war es jetzt zu spät. Er war ins Rut-sdiai gekommen und hatte nicht rechtzeitig gebremst; jetzt mußte er bis zum tiefsten Punkt weiterrutschen.Er nahm die rechte Hand vom Lenkrad und tastete nach der Luger unter dem Jackett. Den Trenchcoat hatte er vorn nicht zugeknöpft.Der Wagen erreichte jetzt das letzte Drittel des zur Küste führenden Weges. Mit jedem neuen Meter, den er zurücklegte, versanken die Reifen tiefer im Sand. Als der Fahrer vor der letzten großen Düne eine Fläche erblickte, auf der er zur Not wenden konnte, beschloß er, den Wagen dort zurückzulassen und den Rest des Weges zu Fuß zu gehen. Er hätte ihm gerade noch gefehlt, daß er sich hier festgefahren hätte!Der Gedanke an die Folgen jagte ihm eine Gänsehaut über den Rücken.Er nahm den Fuß vom Gaspedal, bremste sanft, schlug links ein und stoppte. Dann stieß er zurück, fuhr noch zweimal vor und zurück und hatte schließlich mit Mühe und Not seine Limousine in die entgegengesetzte Richtung gezwungen.Er zog den Zündschlüssel ab. Das Blubbern des Motors verstummte; die Scheinwerfer erloschen, der Mann stieg aus.Bevor er sich von seinem Wagen entfernte, nahm er die Pistole und schob sie in die rechte Außentasche seines Trenchcoats, die eigens dafür vergrößert worden war.Er bückte sich, hob die Fußmatte vor dem linken Riicksitz an, zog einen großen, versiegelten Umsdilag hervor vindbehielt ihn in der linken Hand. Das Türschloß sperrte er nicht ab. Er hatte das sichere Empfinden, beim Rückzug mit jeder Sekunde geizen zu müssen.Er warf einen Blick auf das Leuchtzifferblatt seiner Armbanduhr und setzte sich in Bewegung.Das Gefühl einer drohenden Gefahr, die sich auf ihn zuwälzte, hatte ihn nicht verlassen, jagte ihm aber keine Furcht ein. Im Kriege war er bis zur Tollkühnheit tapfer gewesen. Auch jetzt, im Alter von 44 Jahren, war ihm Furcht ein nahezu fremdes Gefühl. Allerdings war er jetzt soweit, nicht mehr blindlings jede beliebige Gefahr anzunehmen, sondern rechtzeitig seine Chancen zu wägen und einer Auseinandersetzung aus dem Wege zu gehen, der er sich nicht gewachsen fühlte.Er spähte angestrengt nach vorn, um den Weg nicht zu verfehlen, der, kaum kenntlich, zwischen Dünentälem in Schlangenlinien zum Strand führte. Immer wieder versanken seine Füße bis über die Knöchel im lockeren Sand. Als er endlich den flachen Strand erreichte, dessen charakteristisches Merkmal eine langrollende Dünung an Stelle einer echten Brandung war, blieb er stehen und blickte sich suchend um.An diesem ersten Junisonntag, kurz nach Neumond, war die Nacht finster und nur vom irisierenden Licht ferner Sterne vage erhellt. Der Mann hatte den Long Island Sound erreicht, der an dieser Stelle acht Meilen breit war, und sah die Drehfeuer von Bayville, Huntington Point und Asharoken Rock am anderen Ufer.Inzwischen war es ein Uhr geworden.Höchste Zeit, das Geschäft abzuwik-keln.Er ergriff die Pfadfindertaschenlampe, die am obersten Knopf seines Trenchcoats hing, stellte sie auf grünes Licht ein und begann zu blinken.Zwei Minuten lang setzte er geduldig

Termékadatok

Cím: Die Nase im fremden Dreck [antikvár]
Kiadó: Erich Pabel Verlag KG
Kötés: Tűzött kötés
Méret: 160 mm x 220 mm
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