Bővebb ismertető
Wie die Nationalgalerie in den ersten Jahren ihres Bestehens aussah, zeigt ein Bild des Engländers William Mackenzie, das kurz vor 1857 gemalt wurde und heute im Victoria und Albert Museum in London hängt, (S.o.) Die Anfänge der Galerie waren recht bescheiden, denn ihr erster Sitz war nichts anderes als die Wohnung eines reichen Sammlers, Haus Nummer 100 in der Pall Mall. Er hieß John Julius Angerstein, war Russe von Geburt, aber seit Jahren als Versicherungskaufmann in London ansässig. Seine Geschäfte müssen glänzend gegangen sein. Wie hätte er sonst eine so erlesene Sammlung alter Bilder zusammenbringen können, deren Besuch in Kreisen des Adels und des reichen Bürgertums zum guten Ton gehörte. Und der Hausherr, so rühmte man ihm nach, wußte seinen vornehmen Gästen aufs Hebenswürdigste vorzuführen, was er bei den Kunsthändlern des Kontinents an Schätzen aufgespürt hatte.
Das Bild von Mackenzie, das an minuziöser Feinmalerei hinter keiner »Gemalten Galerie« des niederländischen 17. Jahrhunderts zurücksteht, gibt einen Raum des Hauses Angerstein wieder, an den sich im Hintergrund ein zweiter Bildersaal anschließt. Angerstein selbst war damals schon lange tot. Als er 1823 seine Sammlung von 38 Bildern seinem Sohn hinterließ, verbreitete sich sogleich das Gerücht, sie solle verkauft und zerstreut werden. Schon andere Gelegenheiten waren verpaßt worden, andere englische Kunstsammlungen außer Landes gegangen. Vor allem die einzigartigen Kunstschätze Karls L hatte das Parlament nach dessen Enthauptung 1649 versteigern lassen; sie waren vorwiegend nach Paris, Wien und Madrid gelangt. Nur Mantegnas Bilderserie mit dem Triumph Cäsars (jetzt in der Sammlung der Königin in Hampton Court) und die Kartons zu Raffaels Teppichen im Vatikan (jetzt im Victoria