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VorberichtDiese Publikation ist die Fortsetzung der kritischen Bibliographie Die nationalpolitische Publizistik Deutschlands vom Eintritt der Neuen Ära in Preußen bis zum Ausbruch des Deutschen Krieges", die Hans Rosenberg in den Jahren 1928 bis 1935 im Auftrage der Historischen Reichskommission zusammengestellt und im Jahre 1935 in zwei Bänden veröffentlicht hat. Das Werk konnte nach der erzwungenen Auflösung der Kommission nicht fortgeführt werden, zumal Rosenberg Deutschland verlassen mußte und damit der kompetente Bearbeiter ausfiel.Die im Jahre 1951 gegründete Kommission für Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien nahm die Fortsetzung der Rosenbergschen Bibliographie besonders auf Betreiben ihres inzwischen verstorbenen Mitgliedes Ludwig Bergsträsser in ihr Arbeitsprogramm auf. In ihrem Auftrag hat der Bearbeiter im Frühjahr 1956 mit der Materialsammlung begonnen. Diese und die Auswertung des Stoffes wurden von ihm abgesehen von einem Jahr, in welchem die als Fundorte in Frage kommenden Bibliotheken und Archive besucht wurden in nebenberuflicher Tätigkeit durchgeführt. Das Manuskript wurde im Frühjahr 1963 der Kommission vorgelegt. Der Bearbeiter ist bei seinen Nachforschungen von den zuständigen Bibliotheks- und Archivbeamten in großzügiger Weise unterstützt worden, wofür er ihnen großen Dank schuldet. Er hat wertvolle Anregungen und Hinweise von dem ersten Vorsitzenden der Kommission, dem inzwischen ebenfalls verstorbenen Alfred Herrmann, von Ludwig Bergsträsser und von Theodor Schieder erhalten, denen er sich zu Dank verpflichtet fühlt. Schließlich dankt er Alfred Milatz für die dauernde Unterstützung, die er als Generalsekretär der Kommission dem Bearbeiter zuteil werden ließ, und für das stete Interesse, das er an dem Fortgang der Arbeit genommen hat.Bei der Durchführung des Auftrages, eine kritische Bibliographie der nationalpolitischen Publizistik Deutschlands vom Ausbruch des Preußisch-Österreichischen Krieges im Sommer 1866 bis zum Ende des Deutsch-Französischen Krieges im Frühjahr 1871 zusammenzustellen, erwies es sich als zweckmäßig, die von Hans Rosenberg mit Erfolg angewandte und im Vorbericht seiner Publikation geschilderte Arbeitsmethode Anlage einer Titelsammlung, Feststellung der Fundorte, Durchsicht, Auswahl und Zusammenstellung des Materials grundsätzlich beizubehalten. Abweichungen hiervon und Schwierigkeiten bei der Bearbeitung, besonders bei der Ermittlung der Titel und der Fundorte, ergaben sich durch die Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges auf das deutsche Bibliothekswesen, auf die deshalb im folgenden eingegangen werden muß.Schon bei dem ersten Arbeitsgang, der Anlage einer Titelsammlung, mußte der Bearbeiter einen anderen Weg als Rosenberg einschlagen, da die von diesem benutzte, von der Hinrichsschen Verlagsbuchhandlung in Leipzig wöchentlich herausgegebene Allgemeine Bibliographie für Deutschland" nicht mehr greifbar war. Diese Bibliographie war 1956, bei Beginn der Arbeit, in der Staatsbibliothek Berlin und in der Westdeutschen Bibliothek Marburg nicht mehr vorhanden und ist in den übrigen Bibliotheken meist jeweils nach Erscheinen der Jahresbibliographien von Hinrichs und Kayser vernichtet worden, so daß zur Ermittlung der Titel auf letztere zurück-13Probleme deutscher und europäischer Politik von 1867 bis 1870I. Allgemeine Betrachtungen zur deutschen Frage von 1867 bis 1870(Vgl. zu diesem Abschnitt auch die Nrn. 45, 46, 47, 52, 84, 90, 218, 233, 234, 246, 269, 276, 2#0, 320, 3J2, 313, 316, 31, 319, 32J, 332, 363, 36, 372, 396, 400, 402, 405, 423, 429, 444, 452, 456, 457, 465, 477, 488, 525, 529, 527, 528, 531, 540, 544, 565, 574, 662, 66ff, 672, 675, 6ff0, 653, 687, 697, 702 und Viertes Kapitel, Abschnitt III.)1. Die deutsche Frage im Spiegel der Nationalitätstheorie576 H. L[eo]: Die Carikaturen des Heiligen in unserer Politik. II. Nationalität. Volksblatt für Stadt und Land. 1866. Nr. 86 vom 27. Oktober.Indem man den Begriff Nationalität" neuerdings in einem äußerst abstrakten Sinne nach einem beliebig ausgewählten Merkmal umschreibt, ist er zur Grundlage revolutionärer politischer Forderungen gemacht worden. Wenn einerseits das nationale Element, wo es ist und zwar lebendig ist, eine heilige Grundlage sittlichen Lebens ist, wird es, wo es nur als abstrakter Begriff gefaßt ist, zu einer Karikatur des Heiligen, zu willkürlicher menschlicher Verführung." Die Sprache ist nur ein einseitiges und nicht ausreichendes Merkmal der Nationalität; verschiedene Sprachgebiete können durch das in ihnen herrschende sittliche Gefühl zu einer Nation verbunden sein, wie etwa in der Schweiz. Andererseits können Stämme mit der gleichen Sprache in ihrer Gedanken- und Empfindungsform so weit auseinandergehen, daß sie verschiedene Nationalitäten bilden. Die lebendige Wurzel und das wahre Kennzeichen wirklicher lebendiger Nationalität müssen tiefer gesucht werden. Es gehört, um eine Nation zu bilden, ein inneres sittliches Verwachsensein, eine nationale Gesamtseele", dazu. Nationalitäten bilden sich analog wie die Massengeister" auf der Straße. Gleiche Lebensgewohnheiten, Abstammung und Sprache können dabei die natürliche Unterlage bilden. Aus ihnen allein kommt aber noch keine Nationalität zustande. Die deutsche Nation war Ende des 18. Jahrhunderts noch der vegetierende Geist verkommener Nationalität". Die Geburt einer neuen deutschen Nation ist dem Widerstand des preußischen Nationalgefuhls" gegen die Franzosen zu verdanken. Die preußische Nationalität ist aus der Mischung deutscher und slawischer Elemente in der Mark Brandenburg entstanden. Die Racenart" ist nur ein äußeres, allein noch nicht begründendes Merkmal der Nationalität; es muß dazu eine sittliche Direktion kommen, die meist nicht aus den Massen selbst hervorgeht, sondern von oben her, in der Regel von großen Fürsten kommt. Erhofft sich von den preußischen Annexionen, sofern sie nicht rein mechanisch vollzogen werden, den Anfang einer neuen Nationsbildung und die Entstehung einer neuen Volksseele.401