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ERSTES KAPITELCorrie May Upjohn lehnte an einem Stapel Baumwollballen und sah den Schiffen zu. Corrie May war gern am Hafen, wo die stämmigen schwarzen Stauer Baumwolle verluden, wo wunderbare schwimmende Paläste ihre Passagiere über schwankende Laufbrücken hinweg aufs feste Land entUe-ßen - ach, all das war aufregender als selbst ein Stück im Theater. Corrie May erwartete ihren Verehrer; es paßte ihr sehr, daß er sie gerade hierher bestellt hatte.Vierzehn Lenze zählte Corrie May. Schmal und jung von Gestalt, das war sie. Noch hatten ihre Füße, hoch im Spann, nicht die Form verloren, wenn auch Corrie May tagein, taugaus nur barfuß ging vom Winter abgesehen. Das blaue Baumwollkleidchen paßte gut zu ihren blauen Augen, stach aber auch auf liebenswürdige Weise gegen ihr Flachshaar ab - und gegen ihre schön durchblutete, sonnenbraune Haut. Ihre Lippen trafen sich in einer geraden Linie, wölbten sich aber unter und über ihr keineswegs kärglich: ein Mund, zum Küssen prächtig; er verriet aber auch, daß Corrie May wußte, was sie wollte. Ihr Verehrer, Budge Foster, war nicht der einzige junge Bursche, der ihr schöne Augen machte. Budge gefiel ihr am besten; doch Corrie May war entschlossen, auch noch mit andern ein wenig zu liebeln: Budge sollte sich gar nichts einbilden! Sie war nicht allein auf ihn angewiesen.Ein Windhauch vom Fluß her kühlte ihr die Stirn. Corrie May holte tief Atem. Wie liebte sie den Strom, den ungeheuren Mississippi! Hier an den Landungsbrücken bot sich die ganze Welt auf einmal dar - Flußdampfer wendeten und drehten sich gleich großen Damen, ehe sie festmachten; unverschämte kleine Boote von den Pflanzungen tanzten auf den Wassern und gerieten in jedermanns Quere; Über-seer unter fremden Flaggen dampften den Fluß herauf, sich