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IM JAHRE 1453 FIEL KONSTANTINOPEL, DIE Hauptstadt des Byzantinischen (Oströmischen) Reiches, in die Hánde der Türkén. Dieses geschichtliche Ereignis bedeutete nicht nur das Ende der nationalen und politischen Freiheit der Griechen, der zahlenmáBig und kulturell vorherrschenden Volksmasse dieses Reiches, sondern auch das der Serben und Rulgaren, denn bald gerieten auch die damaligen Königreiche Serbien und Bulgarien, alsó auch die nicht von Griechen bewohnten Gebiete der Balkanhalbinsel, unter die Herrschaft der osmanischen Sultane. Vier Jahrhunderte lang,, bis zu der im Laufe des neunzehnten Jahrhunderts erfolgten Befreiung, konnte von einer nationalen, kulturellen und wirtschaftlichen Selbstándigkeit dieser Völker kaum mehr die Rede sein,, vor allém infolge des auf beiden Seiten bestehenden religiösen Fanatismus, der sich auis diem Unterschied zwischen dem Glauben der Eroberer und dem der Unterworfenen ergab. So ist es auch zu erkláren, daB Serben, Bulgaren und Griechen in den Jahrhunderten der Türkenherrschaft nicht von dem Eroberervolke assimiliert werden konnten und schlieBlich ihr NationalbewuBtsein in bessere Zeiten herüberretteten. Die Kirche war der jenige Faktor, der sich den religiösen Gegensatz zwischen Christen und Mohammedanern zunutze machte. Obgleich die Kriege der Türkén gegen die Gjaurs, die Ungláubigen, unter anderem ihren Gnind auch in dem Gegensatz zwischen Halbmond und Kreuz hatten, so waren die mohammedanischen Eroberer doch klug genug, die kirchlichen Institutionen der christlichen Untertanen möglichst wenig anzutasten. Sie wufiten, daB sie durch diese Toleranz der Gefahr nationaler Aufstánde am besten begegnen konnten. Sowohl die serbische Kirche mit dem Sitz in Ipek, als auch die