Bővebb ismertető
Faszinierende OrchideeEines Tages entdeckt man die Orchidee für sich, ganz unerwartet, und obwohl man natürlich längst Orchideen kannte. Plötzlich tritt sie eindringlich vor den Blick und wird zu einer persönlichen Begegnung. Damit ist sie für uns herausgetreten aus dem unbeachteten Dasein am Rande des Alltags.Wir hatten eine verwilderte Bananenpflanzung durchstreift Viele abgeerntete Stauden waren zusanunengebrochen. Da und dort vergärte ein vergessenes Bananenbündel, bunte Schmetterlinge stoben durcheinanderwirbelnd davon. Eine Schlange huschte weg, nicht mehr als ein kleiner Schatten. Verborgene Laubfrösche quakten. Die Luft war feucht, schwer, schwül. Die Sonne stand bereits tief. Wir erreichten das Ende der Pflanzung, knapp ehe sie wegtauchte, und hielten überrascht die Schritte an: Vor uns trafen schräge Strahlenbündel der Sonne einen mächtigen Felsblock und hoben ihn aus dem Schatten heraus. Eine Fülle von Orchideen krönte ihn. Ungezählte handgrosse, zartviolette Blüten schienen über und neben Stengeln und glänzendgrünen Blättern schwerelos zu schweben, als seien sie eine Erscheinung des Augenblicks, herausgestiegen aus der Pflanze, in der sie bis eben jetzt unsichtbar geruht hatten. Die schimmernden Blütenblätter regten sich leise; ein leichter Windzug, der den Sonnenuntergang begleitete, berührte sie. Ein Falter tänzelte wie ein losgelöstes Blütenblatt davon. Sachte nahm die sinkende Sonne ihren Schein allmählich weg, das Leuchten zog sich zurück, und die sich rasch ausbreitende Dämmerung löschte das Büd.In solchen Augenblicken begirmen wir etwas zu begreifen, das uns vorher verschlossen war. Eine neue Beziehung bahnt sich an.In einer überbordenden Fülle von Farbtönungen, -kombinationen und Formen treten uns Orchideen in den Gewächshäusern entgegen. Prächtig und exotisch fremd die einen, edel, anmutig, auf eine ganz besondere Weise beschwingt die anderen. Manche erscheinen kühl reserviert, vornehm gelassen durch ihr Zusammenspiel von Farbe und Form. Bestimmte Orchideengattungen bringen auch fast tierhaft wirkende Blüten hervor: An langen Blütenschäften sitzen Scharen kleiner Vögel, Vogelköpfchen nicken an zarten Stielen, winzige weisse Tauben scheinen zu schweben, groteske Insekten sind nachgeformt.Dann entdeckt man, dass auch bei uns Orchideen wachsen, wild, keiner hat sie angepflanzt. Die Wiesen sind bunt von blauviolettem Wiesensalbei, Skabiosen blühen, die Schöpfe des Rotklees leuchten, und die Esparsette setzt ihre unverwechselbaren rosa Blüteninseln ins farbige Bild. Margeriten wuchern, Grillen zirpen, und an den Waldrändern blüht weiss der Schneeball. Wir wandern zum Föhrenwäldchen hinauf, über den steilen Hang, den magerer Rasen deckt. Die Sonne heizt, kein Luftzug kühlt Da und dort haben kleine Föhren Fuss gefasst Hier steht das Gras noch nicht hoch. Drüben blüht es rosaviolett, etwa zwei Spannen hohe Blütenstände. Wir lenken unsere Schritte dorthin. Es ist eine kleine Schar kräftiger Pflanzen mit hellgrünen Stengeln, die lockere Blütenähren tragen. Wir beugen uns zu ihnen hinab: Es sind unverkennbare, kleine Orchideenblüten! Rosaviolette Märmchen, den Lebkuchenleib mit violetten Papillengruppen verziert, den iCopf mit einem grossen, blassrosa Helm bedeckt: Hehn-KnabenkrautWir begegnen ihm wieder oben im Föhrenwäldchen. Dort steht es im hohen grünen Gras unter