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EINLEITUNGFreiheit ist heute eines der am meisten gebrauchten und mißbrauchten Worte. Der Westen so gut wie der Osten möchten Europa mit ihrer Auffassung der Freiheit beglücken, und Europa erblickt seine Freiheit darin, diesen Beglückungsversuchen zu widerstehen. Das kommt daher, daß wir meistens nur den negativen Begriff der Freiheit kennen: frei von Diktatur, frei vom Kapitalismus, frei von Fremdherrschaft und zu wenig bedenken, daß das Wort erst dann sinnvoll wird, wenn es Freiheit zu etwas bedeutet. Solche positive Freiheit setzt eine Ordnung voraus, ja sie besteht geradezu darin, diese Ordnung zu entdecken und zu verwirklichen. Die höchste Freiheit, die wir uns denken können, beruht im Auftrag, Gottes Schöpfungswerk weiterzuführen. Was das konkret bedeutet, wollen wir in diesem Buch untersuchen.Zunächst betrachten wir die schöpferische Freiheit des Menschen, wie sie sich in Werken der Kunst und der Technik ausdrückt. Eine solche Betrachtung ist bisher selten in christlicher, zumal in evangelischer Sicht erfolgt. Vielmehr wurde das menschliche Werk als rein ästhetisches oder rein technisches Problem behandelt und damit auch für die Perspektive des Gottesreiches als irrelevant erklärt. Wir glauben aber, daß gerade das richtige Verständnis dieser schöpferischen Freiheit zum Werk die Voraussetzung bildet für die positive Erfassung der Freiheit in der Gemeinschaft. Künstlerische und politische Freiheit wachsen letzten Endes aus einer gemeinsamen Wurzel, so sehr auch ihre Äußerungen in verschiedenen Disziplinen behandelt werden. Aus diesem5