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DIE AMTLICHE WIENER ZEITUNG VERÖFFENTLICHTE in ihrer Ausgabe vom 15. August 1804 ein Patent des 55. christlichen römischen Kaisers Franz II., „Alizéit Mehrer des Reichs, Königs in Germanien, Ungarn und Böhmen, Galizien und Lodomerien, Erzherzog von Österreich, Herzog von Burgund und Lothringen, Grofiherzog von Toscana usw.", mittels welchen Patentes dieser römische Kaiser für sich und seine Nachfolger in den habsburgischen Erblanden auch den Titel eines Kaisers von Österreich annahm. „In Gemáfiheit dessen", heifit es in diesem Patent, „habén Wir, nach gepflogener Überlegung beschlossen, für Uns und Unsere Nachfolger in dem unzertrennlichen Besitze Unserer unabhángigen Königreiche und Staaten, den Titel und die Würde eines Kaisers von Österreich (als den Nahmen Unseres Erzhauses) dergestalt feyerlichst anzunehmen und festzusetzen, daB Unsere sámmtlichen Königreiche, Fürstentümer und Provinzen ihre bisherigen Titeln, Verfassungen, Vorrechte und Verháltnisse unverandert beybehalten sollen." Hinter diesen feierlichen Worten verbirgt sich eine Tragödié, über der geschrieben steht: Agonie und Sterben des „Heiligen Römischen Reichs". Seit 1792 stand die Habsburger-Monarchie im Kampfe gegen das revolutionare Frankreich, zunáchst gemeinsam mit Preufien. Doch 1795 schloG dieses einen Sonderfrieden mit Basel, der Frankreich das linké Rheinufer versprach, den ganzen Norden Deutschlands neutralisierte und der Habsburger-Monarchie die ganze Last des Krieges zuschob. 1796 begann der grofie Siegeszug des Korsen, der 1797 durch den Frieden von Campo Formio nur für kurze Zeit unterbrochen wurde. Zwei Jahre spater nahm Österreich erneut seinen Kampf gegen Napoleon auf. Wieder siegte der Korse und beschloB seinen diesmaligen Siegeszug mit dem Frieden von Lunéville. Mit diesem hört die Agonie