Bővebb ismertető
Vorwort
Ein Buch, das die Versöhnung von Wissenschaft und Rehgion ankündigt, hat in unseren Tagen Seltenheitswert. Und einzigartig ist es wohl, daß ein Buch, wie im vorliegenden Fall, die Theologie zu einem Spezialgebiet der Physik erklärt und behauptet, Physiker könnten die Existenz Gottes und die Wahrscheinlichkeit einer Auferstehung der Toten zum ewigen Leben auf genau die gleiche Weise berechnen wie die Eigenschaften des Elektrons. Was Wunder, wenn man sich fragt, ob ich das ernst meine.
Ich meine es sogar sehr ernst. Allerdings bin ich ebenso überrascht wie der Leser. Zu Beginn meiner Laufbahn als Kosmologe vor etwa zwanzig Jahren war ich überzeugter Atheist. Nicht einmal in meinen kühnsten Träumen wäre mir eingefallen, eines Tages ein Buch zu schreiben, in dem ich darlegen will, daß die wesentlichen Glaubensvorstellungen der jüdisch-christlichen Theologie in der Tat wahr, daß diese Behauptungen direkte Ableitungen aus den Gesetzen der Physik, wie wir sie heute verstehen, sind. Die unerbittliche Logik meines Spezialgebiets in der Physik hat mich zu diesen Schlußfolgerungen gezwungen.
Als ich 1976 promoviert wurde, war mein Spezialgebiet die globale allgemeine Relativitätstheorie. Diese Ende der sechziger, Anfang der siebziger Jahre von den großen englischen Physikern Roger Penrose und Stephen Hawking begründete Unterdisziplin der Physik ermöglicht tiefreichende und sehr allgemeine Schlußfolgerungen hinsichtlich der Struktur von Raum und Zeit, zu denen man bei der Betrachtung des Universums in seiner Gesamtheit in Zeit und Raum gelangt.
Man möchte meinen, diese Betrachtungsweise sei allen Kosmologen gemein, aber so ist es mitnichten. Nahezu alle Kosmologen beschäftigen sich mit dem sogenannten sichtbaren Universum: mit dem Teil des Universums, dessen Vergangenheit man von der Erde aus sehen kann. Da das Universum vor etwa zwanzig Milliarden Jah-
13