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Eine Ehe in Sydney
Anne Rigby, Ehefrau
Ich denke oftmals darüber nach, was in meiner Ehe nicht stimmt. Ich bin eine erstklassige Grüblerin. - Vater sagte immer: »Zerbrich dir nicht den Kopf, Anne. Du hast nur einen.« - Mutter blickte mich nachdenklich an und sagte dann zu Miss Jennings: »Mit dieser sauren Miene wird Anne niemals einen Mann bekommen.« - Miss Jennings stimmte begeistert zu.
Mutter war im Gegensatz zu mir lebhaft, humorvoll und fleißig. Sie wollte mich begreiflicherweise durch Heirat loswerden, aber sie ahnte, daß ich auf dem Londoner Markt eine Niete werden würde. Sie schrieb Thriller mit hohen Auflagen, und Miss Jennings tippte sie. Nach meinem sechzehnten Lebensjahr las ich Mutters Mordgeschichten nicht mehr. Die Jagd nach dem unbekannten Täter erschien mir langweilig und altmodisch. Wer will heutzutage wissen, wer den Mord in der Jagdhütte beging? Interessant ist doch nur, warum jemand auf Menschen statt auf Füchse oder Hasen schießt. Aber Mutter arbeitete weiter mit ihrer Gruppe von Verdächtigen, und ihr Bankkonto gab ihr recht. Miss Jennings gab ihr ebenfalls recht, Miss Jennings hatte eben auch ein Bankkonto.
Wenn Vater nicht in der Harley Street praktizierte, fühlte er sich daheim genauso entbehrlich wie ich. Wir wußten, Mutter liebte uns auf ihre Weise, aber wir wären lieber auf unsere Weise geliebt worden. Dieses Dilemma ist nichts Neues unter der Sonne. -
Unser Familienhaus hinter der Avenue Road war alt, etwas dunkel und verwinkelt, aber wir fühlten uns dort wohl. Ich verkroch mich täglich in einen anderen Winkel und grübelte nach Herzenslust. Vater machte sich in seiner knappen Freizeit im Garten zu schaffen. Er hätte sich nie gestattet, über unser Familienleben zu meditieren. Er ging in seinen Klub, und dort war alles, wie es sein sollte. Mut-
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