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EINLEITUNG
Mit der Piektrumgitarre ist in den letzten Jahren auch in den deutschen Tanzorchestern ein Klangkörper eingeführt worden, der bei wirksamer klanglicher und technischer Ausnutzung beste Eignung als modernes Musik- und Berufsinstrument hat. Daraus entsteht für den Spieler dieses nicht leichten Instrumentes die Verpflichtung, sein Instrument so zu beherrschen, daß er sich nicht unter den Leistungen seiner Berufskollegen im Orchester bewegt. — Leider erstreckt sich das Können mancher Gitarrespieler nur auf einige gut liegende Akkoidgriffe, mehr oder weniger gutes Gehör und rhythmische Anpassung. Solistisch versagen sie ganz, weil ihnen das absolute Notenspiel, das dem Musiker Selbstverständlichkeit ist, völlig abgeht. Dieser bedauerliche Mangel, der sich auch auf harmonische Kenntnisse erstreckt, muß und kann nur durch systematisches Studium eines guten Lehrwerkes beseitigt werden.
Dieses Lehrwerk mit dem Titel: „Die Gitarre im modernen Tanzorchester" hat der Spieler jetzt in der Hand. Darin gibt eine verständliche theoretische Unterweisung Aufschluß über Tonleitern, Intervalle, Akkordaufbau und Akkordverbindung sowie über die in der Plektrumgitarreliteratur übliche Bezeichnung der Harmonien durch die sogenannten Symbole. Elementares Einzelspiel und fortschreitend alle notwendigen gitarristischen Belange vermitteln Kenntnisse in allen Lagen und Tonarten. Die Kenntnis des ganzen Griffbrettes führt sodann zu dem erstrebenswerten ,,Blattspiel" auch ohne jede Akkordbezeichnung. Für die akkordisch-rhythmische Tätigkeit im Orchester ist umfangreiches Material geschaffen worden, das im korrektesten Gitarresatz kaum eine verlangte Harmonie vermissen läßt. Zusammenfassend enthält die Beilage eine wertvolle Übersicht der wichtigsten Harmonien. Die Durcharbeit dieser Schule muß nicht in einem Zuge erfolgen. Je nach Vorbildung und Begabung können bestimmte Abschnitte, die gewissen Techniken dienen, herausgegriffen werden. Immer muß aber der Wille vorhanden sein, nach und nach das ganze Material beherrschen zu lernen. — Das gesamte Lehrmaterial entspricht bestehender und entstehender Literatur guter Komponisten. Wer begehrter Jazz-Gitarrist werden will, darf sich mühevoller Kleinarbeit nicht verschließen, denn nur sie allein führt zu vollendeter Technik.
Gitarrestimmen ohne Noten mit nur rhythmischer Einteilung und Akkord bezeichnung sind häufige Literaturerscheinung und bei den Gitarristen recht beliebt. Sie haben lediglich den Vorzug, nicht durch ungitarristisch gesetzte Noten abzulenken, und rechtfertigen die Bereitstellung von Lehrmaterial auch in dieser Art. Meine „Akkordtafeln für die Piektrumgitarre in Symbolschrift" (Pro musica Verlag) bieten dem Spieler in übersichtlichen Tafeln alle nur denkbaren Harmonien mit beigefügten Griffbildern. Damit kommt der Spieler, der sich aus mancherlei Gründen schwerer durch vorliegende Notenschule arbeitet, wenigstens zu einwandfreier Akkordarbeit im Orchester.
1Q48 Walter Götze