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PROLOG
Dresden, 13. Februar 1753
Carissima,
endlich habe ich Dich gefunden! Fast hätte ich meine Suche nach Dir aufgegeben, so viele Steine wurden mir in all den Monaten in den Weggelegt. Auch kannte ich Deinen neuen Namen nicht Ja wusste nicht einmal, dass Du so »bürgerlich« geworden bist, dass Du geheiratet, eine FamiUegegründet hast
Ich kann nicht umhin, Dir von meiner Bestürzung zu berichten, mehr noch, von meinem Zorn, anfänglich zumindest, als ich erfuhr, Du seiest die Frau eines anderen geworden. So schnell hat sie mich vergessen!, war mein erster Gedanke, voller Wut und Eifersucht. Aber dann hat die Vernunft in mir gesiegt; natürlich, sagte ich mir, sie konnte ja nicht bis in alle Ewigkeiten auf mich warten, ohne auch nur ein einziges Lebenszeichen von mir erhalten zu haben. Du ahnst bestimmt, wer mir im Wege stand; ich werde Dir berichten, wenn wir uns wiedersehen.
Aber werden wir uns wiedersehen? Mein Brief nun, da ich endlich frei bin, doch Du nicht mehr: Ich habe lange mit mir gerungen, ob ich ihn Dir wirklich senden soll. Wahrscheinlich habe ich nicht das Recht, mich erneut in Dein Leben zu drängen, aber irgendein Gefühl sagt mir, dass ich es tun muss. Jetzt — nicht später. Ich habe oft genug versucht, unsere Begegnung aus meinem Gedächtnis zu löschen, nachdem ich von Deiner Heirat erfahren hatte. Es ist mir nicht gelungen, wie Du merkst. Deine Hingabe, Deine Leidenschaft, sie haben mein Innerstes berührt wie nie etwas zuvor.
Ich habe Dir schon einmal gesagt, dass ich noch nie eine Frau