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Am Jakobstag wurde Christine Gruber achtzehn Jahre alt. Man hätte sie eigentlich Jakobine taufen müssen, weil es der Tag ihrer Geburt gerade so ergab. Aber der Vater wollte das nicht, da der Name in diesem Tal ganz fremd war. Auf den nächsten Tag hätte Anna getroffen. Den Namen gab es aber in Erlbach schon im Überfluß. Also griff man im Kalender einen Tag rückwärts, und da stand eben Christine.
Der Mutter gefiel das sofort. Sie war eine gläubige Frau und meinte, der Name sei gut, denn er enthalte immerhin in der ersten Silbe das Unvergängliche, das schon durch die Jahrtausende getragen worden sei.
Der Vater dachte, daß man die Tochter später wohl Christi rufen würde, und dabei fiel ihm unwillkürlich das Lied aus dem Vogelhändler ein: „Ich bin die Christi von der Post". Noch schöner könnten eigentlich die Dinge gar nicht ineinanderspielen, denn Sebastian Gruber war Bauer, Gastwirt und Posthalter von Erlbach.
Da fuhren jeden Morgen um sechs Uhr zwei Postkutschen aus dem geräumigen Hofe des „Gasthofes