Bővebb ismertető
Franz Blei, ein "Wiener Autor vom Jahrgang 1871, veröffentlichte (erstmals 1922) ein Büchlein des Titels «Das große Bestiarium». Mit den komischen Wendungen von Brehms Tierleben werden darin zeitgenössische Literaten porträtiert, und es findet sich die folgende Beschreibung:
«Der Musil ist ein edles, in schönen Proportionen kräftiggebautes Tier, an dem, da es zu der kleinen Familie der Damhirsche gehört, wo solches nicht Brauch, auffällt, daß es Winterschlaf hält. Der Musil schläft nach jedem reißend verlebten Jahre fünf Jahre lang in unzugänglichem Forst. Seine ungeheure Kraft der Muskeln nicht nur, sondern auch die hohe Sensibilität seines nervösen Lebens, welche der Musil in seinem wachen Jahre zeigt, scheinen den auffallend langen Winterschlaf nötig zu machen.»
Wie alle Parodie enthält auch dieser Passus viel Wahrheit. Den Edelsinn, die Sportivität, die langen Pausen. Franz Blei ist übrigens frühzeitig auf Musil aufmerksam geworden. Er hat seinerseits auf Musil aufmerksam gemacht. Er hat Musil gefördert und sah sich lebenslang als Musils Freund, Was alles nicht verhindern konnte, daß wiederum Musil Franz Blei mißtraute und den heimlichen Verdacht nährte, Blei versuche ihn zu imitieren. Eine verworrene menschliche Situation. Sie ist für österreichisches Literatenleben kennzeichnend, für Musil aber auch.
Dieser nun, Robert Musil, gilt seit einem Vierteljahrhun-dert in der bürgerlichen Welt als überragender österreichischer Romancier und moderner Klassiker. Je nachdem, ob die Optik des Betrachters regional oder europäisch ist, wird Musil entweder zwischen Kafka und Broch oder zwischen Joyce und Proust gesetzt; auch in literarischen Bereichen machen sich Trinitäten immer effektvoll. Allemal sind Musil jedenfalls wertende Superlative sicher, und keine biographische Musil-Notiz vergißt den Hinweis, dieser Dichter sei zu Lebzeiten wenig geachtet, zur Zeit seines Sterbens völlig vergessen und erst mit einer tragischen Verspätung in den wohlverdienten Weltruhm katapultiert worden.
Robert Musil hinterließ fünf Erzählungen, zwei (schwer