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Zum Geleit
In den Psalmen pulsiert gleichsam das Leben des altbund-lichen Gottes Volkes. In ihnen spricht aber nicht nur Israel sein Wesen und Schicksal aus: Der Mensch ganz allgemein findet in diesen Gesängen und Gebeten ein für seine Existenz vor Gott zureichendes Wort. Erst recht ist der Psalter im neubundlichen Gottesvolk die Hochform des Singens und Betens geworden. Klerus und Ordensgemeinschaften der katholischen Kirche sind sogar auf das tägliche Psalmengebet verpflichtet.
In unserer Zeit, gekennzeichnet durch eine starke Hinwendung zur Bibel, aber auch zur Wesentlichkeit menschlichen Sprechens, bemüht man sich sehr um ein größeres Verständnis der Psalmen. Solchem Bemühen dienen im Raum der deutschen Sprache die neueren Kommentarwerke:
F. Nötscher, Die Psalmen. Echterbibel, Bd. IV, S. 1 bis 312, 1959 (kath.).
A. Weiser, Die Psalmen. In »Das Alte Testament Deutsch«, Bd. 14 u. 15, 5. Aufl., 1959 (ev.). H. J. Kraus, Psalmen. In »Biblischer Kommentar« (Neukirchen), Bd. XV, 1 u. 2, 2. Aufl., 1961 (ev.).
Leider finden sich interessierte Laien aus vielerlei Gründen nicht zu ihnen. Ein großer Teil des Klerus steht schmerzlich vor der verblüffenden Tatsache: Man betet bzw. liest zwar täglich im Brevier vierunddreißig Psalmen bzw. Psalm-stücke - allerdings nicht in der einprägsamen, lebensvollen Muttersprache -, aber man »lebt« nicht im Psalter und hat seine Texte seelsorgerlich selten zur Verfügung. Doch läßt sich dem Schmerz darüber schlecht Abhilfe schaffen.