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Vorwort
Linkshänder haben es auch heute noch sehr schwer in unserer sogenannten westlichen Zivilisation. Das merkt man schon, wenn sie versuchen, einem die Hand zu geben! Noch deutlicher wird es, wenn sich die verschleierte Einstellung der Volksseele in sprachlichen Ausdrücken äußert, wie z. B. „Ein Linker " oder „Das mache ich mit links!" Dadurch wird deutlich, dass alles, was mit „links" zusammenhängt, als minderwertig gilt.
Die in diesem Buch von Frau Dr. Sattler dargestellten Zusammenhänge gehen weit über die spekulativen Schlussfolgerungen der rein wissenschaftlichen neurophysiologischen und -anatomischen Untersuchungen hinaus, da sie praxisbezogen sind. Dies bedeutet, dass nicht nur augenscheinliche „Kausalität" in einem Bereich als Erklärungsmöglichkeit für diese Zusammenhänge und Unterschiede zwischen Links- und Rechtshändigkeit herangezogen werden kann. Vielmehr zeigt Frau Dr. Sattler anhand einer ganzheitlichen Betrachtungsweise, die genetische Prädisposition, frühkindliche Erziehungserlebnisse und Dynamik und Statik sonstiger Einflüsse der sozialen Umwelt berücksichtigt, wie vorteilhaft sich diese Vorgehensweise bei der Auslegung der - in der Praxis gewonnenen - Einsichten auswirkt. Außerdem wird es dem Leser klar und deutlich, wie wichtig ein Verständnis der durch die Händigkeit verursachten Unterschiede im Denken, Sprechen und Handeln beim Umgang mit anderen Menschen ist.
Eingebettet in ein Märchen, dessen Hauptcharakter Aljoscha eher als wirklicher Geschichtenerzähler denn als Märchenfigur fasziniert, werden die unterschiedlichsten Dynamiken des menschlichen Zusammenseins herausgearbeitet. Hier ist der Bogen weit und umfassend gespannt von frühkindlichen Einwirkungen über Interaktionen in Freundschaften, der Ehe und im Beruf. Frau Dr. Sattler versteht es, aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung in der Praxis, diese Zusammenhänge und ihre Deutung brillant und überzeugend darzustellen, auch für diejenigen, denen diese Interpretationen nicht in ihre engstirnigen Theorien passen sollten.